Rosenheim – Mit dem Bakterium Listerien verseuchte Wurstwaren des hessischen Herstellers Wilke, die bereits für Todesopfer in Deutschland verantwortlich sind (wir berichteten), wurden auch an zahlreiche Unternehmen in der Region geliefert. Das bestätigte Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes, auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Die gute Nachricht: „Es gibt keine Erkenntnisse, dass es deshalb zu Erkrankungen gekommen ist“, teilte Fischer mit.
Nach Bekanntwerden des Listerien-Skandals und der Zurückverfolgung der Lieferkette hätten die neun Lebensmittelkontrolleure des Kreises sofort begonnen, die rund 120 Betriebe – vom Einzelhandel über Gastronomiebetriebe und Kantinen bis zu Metzgereien und Bäckereien – zur Kontrolle aufzusuchen. „Mittlerweile sind 100 der 120 Unternehmen kontrolliert“, teilte Fischer mit.
Wie viele der belasteten Wurstwaren an Verbraucher in Stadt und Landkreis Rosenheim gegangen sind, dazu gibt es allerdings keine Erkenntnisse. „Wir sind natürlich darauf angewiesen, dass die Unternehmen aus Eigeninteresse reagieren und die Ware sofort aus den Regalen nehmen“, zeigte Fischer die Grenze des Behördeneinflusses auf. Seiner Einschätzung nach sei die Gefahr nun „eigentlich gebannt“, da das Mindesthaltbarkeitsdatum der belasteten Produkte mittlerweile abgelaufen sein dürfte.
Weshalb der Landkreis nach Bekanntwerden des Wurst-Skandals, insbesondere der Auswirkungen für die Region, nicht selbst an die Öffentlichkeit gegangen ist, erklärte Fischer mit dem Zeitdruck. „Wichtig ist, dass die Bürger so schnell wie möglich flächendeckend über die Gefahr informiert werden, und nicht erst, wenn die Meldung im Landratsamt aufschlägt.“ Eine zusätzliche Warnung der Bevölkerung seitens der Behörde bezeichnete er als „nicht notwendig“, da das Thema bereits überregional für Schlagzeilen gesorgt hatte.
Eine Übersicht an Produkten – vom Kosmetikartikel bis zum Lebensmittel –, vor denen seitens des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aktuell gewarnt wird, finden Verbraucher online unter www.lebensmittelwarnung.de. Mathias Weinzierl