Viele Dörfer unserer Umgebung haben tatsächlich die Schönheit einer Postkartenidylle. Meist genügt ein Blick auf den Kirchturm und man weiß, wo man sich befindet.
Die Kirche mitten im Dorf bedeutet für uns immer noch Heimat und Identität: Da kommen wir her, da gehören wir hin! Aber wie vieles andere, so verändern sich auch unsere Dörfer und Städte.
Oft wird der Verlust von Gemeinschaft und Gemeinsinn beklagt. Mich beschäftigt dann immer der Gedanke, wie viel es den Menschen früherer Zeiten bedeutet hat, mit ihrer Kirche und dem weithin sichtbaren Turm auch eine gemeinsame Mitte zu haben.
Am vergangenen Sonntag haben wir Kirchweih gefeiert. Wir erinnern an den Weihetag und die Geschichte unserer Kirchen. Die Kirtanudeln, der Gänsebraten und der für viele noch freie Kirtamontag sind schöne Traditionen, die ich selber schätze.
Noch viel wichtiger wäre aber die Botschaft aus dem Petrusbrief der Bibel, aus der im Gottesdienst am Kirchweihsonntag vorgelesen wird. Dort heißt es, dass wir „ein Haus aus lebendigen Steinen“ sein sollen.
Das bedeutet zum einen, dass in einer Gemeinschaft jeder einzelne Baustein gebraucht wird. Wirklich lebendig heißt für mich zum anderen, dass auch alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebens- und Glaubenserfahrungen dort willkommen sind!
Daran haben wir als Kirchen zu arbeiten. Damit wir auch in Zukunft noch eine gemeinsame Mitte haben – und die Kirche im Dorf bleibt.