Brenner-Nordzulauf: Das hat der neue Projektleiter der Bahn vor

von Redaktion

Matthias Neumaier übernimmt am 1. November die Projektverantwortung – Intensiver Austausch mit Bürgern und Politikern

Rosenheim – Die Deutsche Bahn hat im Info-Büro in Rosenheim den neuen Projektleiter für den Brenner-Nordzulauf vorgestellt und einen Überblick zu den nächsten Schritten bei den Planungen gegeben.

Zum 1. November tritt Matthias Neumaier offiziell die Nachfolge von Torsten Gruber an, der das Projekt vier Jahre lang geleitet hat. Neumaier hat in den vergangenen Jahren das Bahn-Ausbauprojekt „Elektrifizierung München-Lindau“ verantwortet. Bereits dort hatte er die Aufgabe von Gruber übernommen.

„Ich habe mich intensiv in das Projekt Brenner-Nordzulauf eingearbeitet, werde aber noch ein paar Wochen brauchen, bis ich ganz tief in den Themen drin bin“, sagte Neumaier bei seiner Vorstellung. Seine Erfahrungen aus dem Projekt im Allgäu will er vor allem hinsichtlich der Einbeziehung der Bürger und Kommunen nutzen. „Wir mussten quasi bei null anfangen, was den Dialog angeht. Früher hat man Planungen eher unter Verschluss gehalten, das wollten wir ganz anders machen“, erläuterte der neue Projektleiter. „Das Konzept mit den Infomärkten, bei denen die Besucher auf Augenhöhe mit Experten diskutieren können, haben wir im Allgäu entwickelt und erprobt. Es hat sich sehr bewährt“, so Neumaier. Durch den engen Kontakt mit der Öffentlichkeit habe man wenige Einwendungen gehabt und die Baurechtsphase schnell abschließen können. Er wolle sich in der ersten Zeit als Projektleiter daher auf den Austausch mit den Bürgern und Lokalpolitikern konzentrieren.

„Kann die Sorgen der Menschen verstehen“

„Mir ist natürlich bewusst, dass ein Neubauprojekt wie der Brenner-Nordzulauf andere Rahmenbedingungen hat als Bauarbeiten im Bestand“, sagte der Chef-Planer. Er könne verstehen, dass die Menschen Sorgen haben und die schöne Natur in der Region Rosenheim schützen wollen. „Darum ist es wichtig, dass wir die Trasse so umwelt- und sozialverträglich wie möglich planen. Die Natur muss, soweit es geht, erhalten bleiben.“ Er hoffe, so Neumaier, dass der Widerstand gegen das Projekt in den kommenden Monaten geringer werde, nachdem die Planungen immer lokaler würden.

Neben Neumaier äußerten sich Christian Tradler und Manuel Gotthalmseder aus dem Projektteam zum weiteren Zeitplan des Projekts. „Wir bereiten derzeit das Raumordnungsverfahren vor. In diesem wird jeder der fünf Trassenvorschläge dahingehend überprüft, wie raumverträglich er ist. Im Januar wollen wir den verschiedenen Gremien, also zum Beispiel den Dialogforen, einen Einblick dazu geben“, erläuterte Tradler. Eine sogenannte landesplanerische Stellungnahme, also eine Rückmeldung der Regierung von Oberbayern, sei im Herbst 2020 möglich. „Das ist sportlich, aber unser Ziel“, so Tradler. Man wolle bis Ende des kommenden Jahres den finalen Trassenverlauf festgelegt haben.

Bis Ende dieses Jahres will sich die Bahn zudem abschließend zu der Forderung äußern, statt einer Neubaustrecke die bestehende Bahnverbindung zwischen Rosenheim und Kufstein zu ertüchtigen. „Wir haben diesen Vorschlag genau unter die Lupe genommen“, sagte Gotthalmseder. Eine Überraschung ist nicht zu erwarten: Die Bahn hat bereits im Sommer deutlich gemacht, dass ein Ausbau der Bestandsstrecke „nicht zukunftsfähig“ sei. ama

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