Und wieder bauen die OVB-Leser

von Redaktion

In Neubeuern werden zwei „Oasen für verletzte Kinderseelen“ noch größer

Neubeuern – Große Aufbruchstimmung im Neubeurer Ortsteil Pinswang: Dort sind jetzt die Bagger angerückt. Der Grund: Die beiden Kinderdorfhäuser sollen nicht nur größer werden, sondern auch noch besser auf die Bedürfnisse der Buben und Mädchen zugeschnitten sein.

„Wir sind heilfroh, dass es endlich mit dem Neubau los geht“, strahlt Heiner Koch vom Albert-Schweitzer-Familienwerk, das die beiden Häuser bei Neubeuern betreibt. „Unendlich dankbar“ ist der geschäftsführende Vorstand des Familienwerks dabei zu Leserinnen und Lesern unserer Zeitung: „Ohne die Hilfe der OVB-Leser hätten wir das Projekt nie anpacken können.“

Kerbhaus

gibt es seit 2005

Seit 2005 gibt es in Pinswang das Kerbhaus – eine wahre Oase für verletzte Kinderseelen, geschaffen für Buben und Mädchen, die zum Teil aus erschütternden Verhältnissen stammen und ohne ihre Eltern aufwachsen müssen.

2015 kam der Rosenhof hinzu, der dank der großartigen Spendenbereitschaft unserer Leser bei der OVB-Weihnachtsaktion 2012 zu einem zweiten Kinderdorfhaus umgebaut worden ist. 16 Buben und Mädchen haben dort ein neues Zuhause gefunden.

Doch aus Kindern werden Jugendliche – und aus Jugendlichen junge Erwachsene. Deshalb wird die Erfolgsgeschichte nun mit einem Anbau am Kerbhaus und einem neuen Zuhaus am Rosenhof fortgeschrieben. Also bauen die OVB-Leser ein zweites Mal in Pinswang.

Die Kerbhaus-Erweiterung schafft zwei neue Plätze, ins Zuhaus direkt neben dem Rosenhof dürfen die älteren Buben und Mädchen einziehen, sobald es fertig ist. Dort können sie sich altersgerecht aufs Erwachsenenleben und die Selbstständigkeit vorbereiten – eine Herkulesaufgabe, denn die Schatten der Vergangenheit sind lang: Fast alle Kinder haben schlimme Erfahrungen gemacht.

Umso mehr sind familienähnliche Strukturen Balsam für die verwundeten Kinderseelen. Bei Neubeuern finden sie Halt und Geborgenheit und haben damit die Chance, sich trotz ihrer traumatischen Kindheitserlebnisse noch zu gemeinschaftsfähigen Erwachsenen zu entwickeln, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen können.

Dass der Abriss des kleinen Rosenhof-Zuhauses tatsächlich überfällig war, hat sich jetzt bestätigt. „Die Bausubstanz war schon sehr angegriffen“, sagt Koch. Ein Jahr lang werden die zwei Kinderdorfhäuser jetzt zur Baustelle, dann sollen die neuen Gebäude fertig sein. Dann gibt es Platz für drei bis vier weitere Kinder und Jugendliche.

Im Rosenhof-Zuhaus, das abgerissen und neu aufgebaut wird, entsteht neben dem betreuten Jugendwohnen im ersten Stock auch ein Elternbesuchsraum zum Übernachten, ein Therapie- und ein Multifunktionsraum. Das Kerbhaus wird um zwei Kinderzimmer und ein Betreuerzimmer erweitert.

Ende 2020 können dann 19 oder 20 Kinder in den zwei Häusern wohnen, also dreimal mehr als beim Start im Jahr 2005. Dieser „Wachstumskurs“ ist für das Albert-Schweitzer-Familienwerk nicht nur in baulicher Hinsicht eine gewaltige Herausforderung. Die Kinder sollen ja auch in besten Händen sein. „Da brauchen wir Personal, das nicht nur hervorragend qualifiziert ist“, sagt Koch. , „Es muss auch das Herz am rechten Fleck haben.“ So wie die OVB-Leser.

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