Keiner ist zu klein, um Helfer zu sein

von Redaktion

Rotes Kreuz: Projekt „Juniorhelfer-AG in der Grundschule“ für Förderpreis nominiert

Rosenheim – Aufgeschlagene Knie, Schürfwunden und verstauchte Knöchel: Kleinere Unfälle passieren immer wieder. Vor allem in der Grundschule. Das Projekt „Juniorhelfer-AG in der Grundschule“ des Bayerischen Roten Kreuzes will Schülern deshalb praktische Fertigkeiten in Erster Hilfe vermitteln. Jetzt ist das Projekt für den Förderpreis „Helfende Hand“ nominiert. Die Entscheidung fällt am kommenden Montag.

„Trau dich Kurs“

im Kindergarten

Wenn sich in der Grundschule Happing jemand leicht verletzt, gibt es 20 Buben und Mädchen, die helfen können. Jeder kann eine Sanitasche tragen, gefüllt mit Pflastern, Verbänden, einem Eis-Pack und mit Handschuhen. Auf Schürfwunden kann jeder der kleinen Sanitäter ein Pflaster kleben, bei Beulen und Prellungen wird gekühlt. Die 20 Grundschüler übernehmen Verantwortung, reden sich gut zu, entscheiden, ob ein Erwachsener hinzugezogen werden muss oder nicht. Gelernt haben die 20 Happinger Grundschüler ihre Kenntnisse und Fertigkeiten durch das Projekt „Juniorhelfer-AG in den Grundschulen“.

Die Idee dazu hatte Amelie Guggenberger (25), zuständig im Bayerischen-Roten-Kreuz-Kreisverband für Kinder, Jugend und Familie, bereits vor drei Jahren. Ihr Ziel sei es damals wie heute, Kinder früh an das Ehrenamt heranzuführen und sie gleichzeitig für die Erste Hilfe zu begeistern. „Die Kleinen sollen spielerisch lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen“, sagt Guggenberger.

Los geht es bereits im Kindergarten. Dort lernen die Buben und Mädchen in einem „Trau dich Kurs“, sich gegenseitig zu trösten, und sie bekommen ein Bewusstsein dafür, auch auf sich selbst und andere aufzupassen.

Ab der dritten Klasse können die Kinder dann Juniorhelfer werden. Dazu müssen sie einen Kurs des Bayerischen Jugendrotkreuzes belegen, in dem sie die Grundlagen der Ersten Hilfe lernen. Nach Abschluss des Kurses gibt es für die Absolventen eine Erste-Hilfe-Tasche. Damit dürfen sie in den Pausen und bei Schulfesten als Juniorhelfer Sanitätsdienst leisten.

„Die Kinder fühlen sich mit der Sanitasche unheimlich wichtig“, sagt Guggenberger. Eine Beobachtung, die auch Andreas Heisig, der stellvertretende Schulleiter an der Grundschule Happing, bestätigt. „Das Projekt ist wahnsinnig gut aufgenommen worden“, sagt er. Mittlerweile gibt es die Juniorhelfer-AGs an insgesamt elf Schulen im Landkreis.

Aber auch deutschlandweit hat das Projekt auf sich aufmerksam gemacht und wurde jetzt für den Förderpreis „Helfende Hand“ nominiert. Der Förderpreis wird in den Kategorien Nachwuchsarbeit, Unterstützung des Ehrenamtes, innovative Konzepte und Sonderpreis verliehen. Aus 200 Bewerbungen ist das Projekt „Juniorhelfer-AG in der Grundschule“ für die Kategorie Nachwuchsarbeit als einer von fünf Anwärtern nominiert. „Der fünfte Platz ist uns also bereits sicher“, sagt Guggenberger. Ob mehr drin ist, lasse sich schwer sagen, da die Konkurrenz sehr gut sei. Die Preisverleihung fand gestern Abend im Humboldt-Carré in Berlin statt (Bericht folgt).

Ein Ende des Projektes sei übrigens nicht in Sicht, heißt es. „Mein Traum ist es, dass irgendwann jede Grundschule eine Juniorhelfer-AG hat“, sagt Guggenberger.

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