Sprechen kann er

von Redaktion

Interview Max Hagenbuchner (21) aus Kiefersfelden ist Redner mit Auszeichnung

Kiefersfelden/Stuttgart – Eigentlich ist es ja nichts Besonderes zu sprechen. Max Hagenbuchner, der in Kiefersfelden aufgewachsen ist, kann es aber besonders gut. Es ist sein Beruf. Er ist Speaker, also jemand, der auf Kongressen oder vor Unternehmen professionell Vorträge hält.

Den 21-Jährigen können Kunden über eine Agentur buchen. Und diese Agentur hat am Wochenende bei einem sogenannten Speaker-slam (Redner-Wettbewerb) in Stuttgart einen Weltrekord aufgestellt und ihre besten Redner gekürt. Auch Max Hagenbuchner wurde ausgezeichnet.

Mit gerade mal 21 Jahren kann niemand von jahrelangen Erfahrungen berichten. Worüber sprechen Sie, damit Ihnen viele Menschen gerne, lange zuhören?

Natürlich kann ich in meinem Alter nicht die Reden halten, die jemand nach vielen Jahren im Beruf hält. Ich bin einer der jüngsten Sprecher, die man über die Agentur „Speakers Excellence“ buchen kann.

Aber ich kann Anstöße geben aus meiner Generation. Ich kann über junge Ideen sprechen und die Frage beantworten: Wie gehe ich als Unternehmen mit jungen Menschen als Kunden oder Mitarbeiter um? Das funktioniert gut. Viele Kunden sagen in diesem Thema bin ich glaubwürdiger als ein Professor.

Redner ist für Sie ein Beruf. Sie werden über eine Agentur gebucht und von Kunden für Ihre Vorträge bezahlt. Wie sind Sie Speaker geworden?

Ich bin in Kiefersfelden aufgewachsen und in Kufstein aufs Gymnasium gegangen. Dort war ich Schulsprecher und später auch Landesschulsprecher. Dabei habe ich gelernt, über meine Altersgruppe zu sprechen; vor großen Gruppen, vor Politikern. Dadurch war ich auf die Arbeit als Speaker gut vorbereitet.

Am vergangenen Wochenende haben Sie bei einer Veranstaltung in Stuttgart einen Preis als Redner gewonnen. Wofür genau?

Eine Jury aus Medien und Wirtschaft vergab mehrere Preise. Ich wurde mit dem Agentur Award ausgezeichnet, man könnte sagen als Redner-Persönlichkeit, die den Anforderungen der Rednerbranche am besten gewachsen ist.

Sie waren einer von 70 Speakern. Alle haben nacheinander Vorträge gehalten. Jeder hatte nur sieben Minuten. Klingt schwierig…

Es war für mich schon eine Herausforderung, ein Thema, über das ich sonst eine Stunde spreche, auf diese Zeit zu kürzen. Aber es ging dann doch ganz gut. Mein Ziel war es, Zuhörer und Jury zu begeistern, damit sie mit mir am Ende eine Laola-Welle machen. Und das haben sie.

Mit all den anderen Rednern haben Sie einen Weltrekord aufgestellt, was die Dauer hintereinander gehaltener Vorträge betrifft. Was war schöner: der Weltrekord oder der Preis?

Es war natürlich großartig, am Weltrekord mitzuwirken. Aber der Preis für mich war absolut unerwartet. Ein Highlight.

Wie geht es mit Ihnen als Redner weiter?

Für das kommende Jahr bin ich schon ziemlich gut gebucht. In erster Linie spreche ich bei Unternehmen.

Am 27. März werden namhafte Redner im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum sprechen. Im 14. Oberbayerischen Wissensforum wird es um zukunftsorientiertes Denken gehen. Sind Sie dann auch zu hören?

Nein, ich bin dort keiner der Redner. Aber ich werde vorbeischauen. Dann darf ich auch einmal einfach nur zuhören.

Interview: Katharina Ober

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