Grenzenlose Freude über Mautfreiheit

von Redaktion

Kiefersfeldener und Tiroler jubeln über Entscheidung des Nationalrats in Wien

Kiefersfelden – Vorweihnachtliches Geschenk für Urlauber, Skifahrer und Anwohner: Der Nationalrat in Wien hat gestern die Vignettenpflicht auf der Inntalautobahn bis Kufstein Süd gekippt. Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber (UW) empfing die Nachricht mit Jubel. Er sei „äußerst erleichtert“, sagte er, „der Mautausweichverkehr war in den vergangenen sechs Jahren das dominierende Thema, wegen der negativen Folgen für das ganze Leben hier.“

Vor sechs Jahren hatte Österreich die Mautbefreiung auf der A12 bis zur Ausfahrt Kufstein-Süd eingestellt. Diese Entscheidung hatte Verkehrschaos auf den Ausweichstrecken vor allem an den Wochenenden nach sich gezogen. Mit dem Beschluss des Nationalrates wird ab 15. Dezember keine Maut mehr erhoben. Gruber: „Ein größeres Weihnachtsgeschenk kann man Kiefersfelden kaum machen.“ Auch die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig begrüßte die Entscheidung des Nationalrates als richtigen und längst überfälligen Schritt: „Die kilometerlangen Staus durch die Ortschaften nahe der Grenze, insbesondere Kiefersfelden und Oberaudorf, gehören damit der Vergangenheit an.“ Bestehen bleibt das Winterfahrverbot auf den Ausweichstrecken.

Blechlawinen belasteten das Leben der Anwohner ebenso wie Umwelt, Einzelhandel und Gastronomie, sagt Gruber. Gänzlich überwunden sieht er das Problem nicht. Auch der Ausweichverkehr wegen der Grenzkontrollen verursache Staus. „X Briefe“ habe er deswegen an Bundesinnenminister Seehofer (CSU) geschrieben. „Die Vorstöße dagegen sind ein Hauptfeld meiner Tätigkeit.“

Das Gesetz für die Mautbefreiung muss noch den österreichischen Bundesrat passieren. Da in der dritten Lesung auch die FPÖ die Entscheidung mittrug, ist eine Ablehnung unwahrscheinlich. Ohnehin könnte der Bundesrat das Gesetz nur verzögern, nicht kippen. Damit fällt die Vignettenpflicht für fünf grenznahe Autobahnabschnitte, unter anderem für die A1 vom Grenzübergang Walserberg bis Salzburg-Nord.

„Endlich hat sich im Nachbarland die Vernunft durchgesetzt“, sagt Parlamentarierin Ludwig. Gruber indes betont das Verbindende. „Die Tiroler haben mit uns an einem Strang gezogen“, sagt der Oberbayer. „Wären wir nicht als eine Region aufgetreten, wären wir nicht so weit gekommen.“ Sein Fazit aus sechs Jahren Blech-Chaos: „Kleingeisterei ist etwas aus dem Mittelalter.“ Der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Lederer sieht es auf Bundes- und Landesebene ähnlich: „Es wurde Zeit, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden.“ we

Artikel 7 von 11