Rosenheim/Stephanskirchen – Allein auf weiter Flur stand die ÖDP mit einem Vorstoß in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses, die erst kürzlich einstimmig beschlossene Errichtung eines Kreisverkehrs an der Einmündung der Staatsstraße 2359 in die Kreisstraße RO 5 im Gemeindegebiet von Stephanskirchen (wir berichteten) wieder zu stoppen. Die ÖDP-Fraktion forderte stattdessen, auf der Kreisstraße eine Linksabbiegespur anzulegen und die Staatsstraße mit einer Einfädelungsspur zu versehen.
Falls sich das Gremium mit dieser Lösung nicht anfreunden könnte, schlug die ÖDP in einem zweiten Antrag vor, den geplanten Kreisel in Richtung Süden zu verschieben und auf den geplanten Bypass zu verzichten, der für die Fahrtrichtung Rosenheim-Rohrdorf vorgesehen ist. Ihren Vorstoß hat die Fraktion mit dem Hinweis begründet, dass die von ihr jetzt vorgeschlagenen Lösungen ebenfalls zur Verbesserung des Verkehrsflusses beitrügen, aber einen geringeren Flächenverbrauch nach sich zögen. Widerspruch kam gleich aus mehreren Gründen von Gerhard Kippes, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Landratsamt Rosenheim. Er wies nicht nur darauf hin, dass seit dem Beschluss im Kreisausschuss das Bauamt bereits einen Entwurf erstellt habe, der notwendige Grunderwerb erfolgt sei und auch bereits Planungskosten entstanden seien. Außerdem erfüllten die von der ÖDP vorgeschlagenen Maßnahmen nicht die Vorgabe für das Projekt – die Beseitigung eines bestehenden Unfallschwerpunktes unter Beachtung von Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit und technischer Machbarkeit der Maßnahme.
Gründe, derentwegen Kippes dem Ausschuss die Ablehnung des Antrages ans Herz legte. Mit Erfolg. „Hier geht es um die Verkehrssicherheit. Es gibt sicher andere Maßnahmen, bei denen man mehr Fläche einsparen könnte“, begründete Kreisrätin Barbara Stein von den Freien Wählern ihre Ablehnung des Antrags.
Amerangs Bürgermeister August Voit und Michael Anner (beide CSU) bemängelten, man könne nicht erst eine Maßnahme einstimmig beschließen und ein paar Monate später wieder von vorne mit der Diskussion anfangen.
Außerdem bezweifelte Voit, dass die Alternativvorschläge der ÖDP mehr Sicherheit für den Straßenverkehr bringen. Der Rathauschef wörtlich: „Der Kreisel ist die sicherste Lösung.“ Norbert Kotter