Ginsham – „Man möchte sich nicht vorstellen, dass es euch nicht gäbe“ – mit diesen Worten würdigte der Landtagsabgeordnete Otto Lederer die Leistungen der Katholischen Dorfhelferinnen und Betriebshelfer des Landkreises (KDBH) bei der Jahreshauptversammlung mit zahlreichen Gästen (darunter Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller) im Bruckmühler Ortsteil Ginsham. Der Stimmkreisabgeordnete hob hervor, dass es im Landkreis Rosenheim stets Nachwuchs für die Organisation gäbe. „Ein Viertel der Einsatzkräfte bayernweit kommt aus unserem Landkreis und auch die Auszubildenden von hier schneiden immer sehr gut ab“, lobte er. „Ihr seid bei den Einsätzen rund um die Uhr gefordert und die Zahl der heutigen Ehrengäste zeigt die Wertschätzung für eure Arbeit“, fügte er hinzu. Im Namen des Landkreises Rosenheim sprach die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer „allen, die die Arbeit organisieren und ausführen“, ein herzliches Dankeschön aus. „Ihr habt einen tollen Beruf gelernt und seid top ausgebildet“, attestierte sie. Die KDBH-Kreisvorsitzende (und frühere Landtagsabgeordnete und Landesbäuerin) Annemarie Biechl stellte fest: „Es wird viel geleistet in den Familien, wo es sonst oft nicht mehr weitergehen würde.“ Erwin Lehmann, Caritas-Geschäftsführer für Stadt und Landkreis Rosenheim, wies auf den guten Ruf des KDBH hin und gratulierte zum tollen Nachwuchs. Stefan Kürschner, Geschäftsführer der Station Rosenheim (und einer der beiden Landesgeschäftsführer) stellte die Einsätze der hier tätigen Dorfhelferinnen und Betriebshelfer in Zahlen dar. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 44800 Einsatzstunden geleistet, davon 35000 in landwirtschaftlichen Betrieben und 9800 in privaten Haushalten. Für 2018 nannte er insgesamt 43300 Stunden (34000 beziehungsweise 9300). „Während im landwirtschaftlichen Bereich die Kassenleistungen zusammen mit Zuwendungen aus dem Agrar-Wirtschaftsgesetz meist für die Deckung der entstandenen Personalkosten ausreichen, ergeben sich im nicht landwirtschaftlichen Sektor durch die inzwischen zwar etwas verbesserten, jedoch deutlich geringeren Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen Defizite“, erklärte Kürschner. Abgedeckt würden Defizite durch Zuschüsse: Meist vom Landkreis und den Gemeinden, aber auch durch Spenden. „Wir sind die größte Station in Bayern mit stabilen Verhältnissen und betreiben eine vernünftige kaufmännische Daseinsvorsorge“, konstatierte er abschließend. Margit Frischhut von der Einsatzleitung berichtete, dass zu Beginn einer Einsatzkraftanforderung oft nicht klar sei, ob sie im landwirtschaftlichen oder privaten Bereich liegt. Auch die Dringlichkeit sei abzuklären. Landesgeschäftsführerin Johanna Hell brach eine Lanze für den Beruf der Dorfhelferin: „Ihr absolviert eine der besten Ausbildungen, die man machen kann“, sagte sie. bjn