Irre: Mann will Pfleger anzünden

von Redaktion

Brutaler Angriff auf einen Pfleger des Inn-Salzach-Klinikums Gabersee! Ein Unbekannter überschüttete ihn am Sonntag während des Nachtdienstes mit Brandbeschleuniger und wollte ihn anzünden. Anschließend legte der flüchtige Täter in der Klinik Feuer.

Wasserburg – Es ist 1.25 Uhr, als es an der Zugangstüre zu Haus 50 klingelt. Dort sind chronisch kranke Patienten untergebracht, die in der Sozialpsychiatrie des Krankenhauses behandelt werden. Der Pfleger, dessen Alter die Polizei nicht preisgibt, öffnet dem Unbekannten. Unvermittelt greift ihn der Fremde an und übergießt ihn mit Brandbeschleuniger. Den hat er in einem Kanister mitgebracht. In letzter Sekunde kann sich der Pfleger vor dem Angreifer in Sicherheit bringen und Alarm schlagen. Ehe der Unbekannte die Flucht ergreift, verschüttet er die brennbare Flüssigkeit auf dem Flur des Kliniktraktes und entzündet sie. Nach Polizeiangaben kommt es zu einer Verpuffung. Weil Klinikmitarbeiter noch vor dem Eintreffen der alarmierten Rettungskräfte geistesgegenwärtig gegen die Flammen ankämpfen, verhindern sie vermutlich Schlimmeres.

Die vorläufige Bilanz des nächtlichen Horrorszenarios: Der attackierte Pfleger kommt zur Beobachtung ins Krankenhaus, weil er Spritzer der bisher unbekannten Flüssigkeit in die Augen bekommen hat, die bei dem Angriff benutzt wird. Insgesamt elf Patienten müssen darüber hinaus nach Angaben von Rettungsdienstleiter Thomas Neugebauer vom Kreisverband Rosenheim des Bayerischen Roten Kreuzes mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in die Krankenhäuser Wasserburg, Rosenheim, Prien und Haag eingeliefert werden.

Rund 50 Kräfte des Rettungsdienstes, darunter einige Notärzte und auch Ehrenamtliche der Johanniter-Unfallhilfe in Wasserburg, organisieren die Evakuierung des betroffenen Kliniktraktes. 39 Patienten müssen verlegt werden. Sofern sie in Gabersee verbleiben können, werden sie zunächst in den Theatersaal des Krankenhauses gebracht und betreut. Später werden sie auf andere Gebäude der Klinik verteilt.

Unterstützung bei der Evakuierung leisten etwa 70 Feuerwehrleute der Wehren Wasserburg, Attel, Penzing, Haag und Edling. Für die Feuerwehren die größte Herausforderung in dieser Nacht. Der Brand im Flur hat sich nach Auskunft von Kreisbrandrat Richard Schrank nur auf einer Länge von fünf Metern ausgebreitet und stellt die Löschkräfte vor keinerlei Problem.

Weitaus problematischer sind da schon die Gedanken an den flüchtigen Täter, die sich in den Köpfen der freiwilligen Helfer festsetzen. „Jeder von uns hat besonders aufgepasst. Dass ein solcher Mann frei rumläuft, hat bei uns allen während des gesamten Einsatzes ein ungutes Gefühl ausgelöst“, gibt Schrank unumwunden zu.

Das ist vom Täter bekannt

Der gesuchte Mann ist etwa 40 bis 60 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 Meter groß, hat eine kräftige Statur und dunkle Haare. Er trug eine schwarze Wollmütze und einen schwarzen, hüftlangen Anorak mit Kapuze. Die Kapuze hatte er über eine weiße Wollmütze gezogen. Außerdem war er mit einer schwarzen Jeans, schwarzen Schuhen und weißen Socken bekleidet.

Der Unbekannte trug einen kurzen Bart um Mund und Kinn. Wegen der Kapuze ist nicht erkennbar gewesen, ob er sich als Backenbart fortsetzt. Der Täter führte einen schwarzen Fünf-Liter-Benzinkanister mit sich, der einen gelben Drehverschluss aufweist. Möglicherweise hat der Unbekannte laut Polizei bei der Verpuffung sichtbare Brandverletzungen erlitten. Die Kleidung des Mannes könnte überdies nach dem benutzten Brandbeschleuniger riechen. Welche Flüssigkeit benutzt wurde, dazu haben die Ermittler noch keine genaueren Erkenntnisse.

Die Polizei bittet unter der Telefonnummer 08031/2000 um Hinweise auf den Gesuchten. Melden soll sich bei den Ermittlern auch, wer zur Tatzeit verdächtige Wahrnehmungen auf dem Klinikgelände gemacht hat, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten.tt

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