Noch viel politische Kochkunst nötig

von Redaktion

Nahverkehrsplan

Die Entscheidung des Kreistags für die Fortschreibung des Nahverkehrskonzepts gleicht einem Quantensprung. Nicht zuletzt deshalb, weil der Landkreis 2020 die Haushaltsmittel für den ÖPNV im Vergleich zu heuer in etwa verfünffacht. Ein mutiger Schritt. Neben den konkreter werdenden Gedankenspielen, Stadt und Landkreis mittelfristig im Schoß des MVV zu verankern, und der Erstellung einer Mobilitätsstudie zeigt der beherzte Griff in den Landkreis-Säckel vor allem eines: Die politisch Verantwortlichen meinen es ernst mit nachhaltigen Anstrengungen zur Reduzierung des Individualverkehrs. Nutzerfreundlichkeit und eine attraktive Preisgestaltung – aus diesen Hauptzutaten besteht das Menü, das ein regionaler Meilenstein im Kampf für den Klimaschutz werden soll.

Damit es letztlich schmackhaft wird, sind noch viel politische Kochkunst und die Beimischung zahlreicher geeigneter Gewürze nötig. Keine einfache, aber eine bewältigbare Aufgabe. Der erste richtige Schritt ist mit dem Kreistagsvotum getan. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Jetzt muss vor allem rasch das Klima zwischen dem Landkreis und den Busunternehmen verbessert werden, die seit Jahren im Rahmen des ÖPNV zuverlässig Linien betreuen. Beide Seiten müssen aufeinander zugehen. Der Landkreis muss glaubhaft vorhandene Existenzängste der Betriebe zerstreuen. Diese wiederum müssen raus aus der Schmollecke und beispielsweise Zahlen auf den Tisch legen, die bei der Erarbeitung gemeinsamer Lösungen helfen. Ein gutes Miteinander dieser Partner ist nämlich eine unabdingbare Voraussetzung, damit der Zug hin zu einem attraktiven ÖPNV Fahrt aufnehmen kann.

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