„Gesungen, bevor ich laufen konnte“

von Redaktion

Eva Norel (67) aus Gstadt nimmt an Castingshow „The Voice Senior“ teil

Gstadt – Auch noch mit 67 Jahren kann man auf Bühnen stehen und Menschen begeistern. Dafür ist Eva Norel aus Gstadt das beste Beispiel. Schon als Kind sang sie mit Leidenschaft, allerdings bislang als Hobby. Derzeit beweist sie ihr Talent auf der großen Bühne in der Castingshow „The Voice Senior“. In der ersten Folge der sogenannten „Blind Auditions“ wird sie am morgigen Sonntag ab 20.15 Uhr auf Sat.1 versuchen, die Coaches Michael Patrick Kelly, Sasha, Yvonne Catterfeld und The BossHoss für sich zu gewinnen. Mit den OVB-Heimatzeitungen sprach sie über die Dreharbeiten und wie es dazu kam.

Wie kam es zur Teilnahme bei „The Voice Senior“? Sind Sie schon länger ein Fan der Show?

Als Fan würde ich mich nicht bezeichnen, aber mit meinen Freunden schaue ich die Sendung „The Voice of Germany“ ab und zu gern an. Einmal habe ich zum Spaß gesagt, dass ich auch noch einmal gern so jung sein würde, um dort mitzumachen. Eine meiner Freundinnen hat dann von dem Format „The Voice Senior“ gehört und mich heimlich angemeldet. Zuerst wollte ich nicht, aber sie hat mich, hartnäckig wie sie ist, überzeugt.

Haben Sie schon einmal bei einem ähnlichen Format mitgemacht?

Als ich 18 Jahre alt war, habe ich bei einem Gesangswettbewerb in Nürnberg mitgemacht und dort auch gewonnen. Ich habe mir aber damals gesagt, dass das Singen mein Hobby ist und es auch bleiben soll.

Wie lange singen Sie schon?

Ich habe schon als sechsjähriges Kind mit dem Singen und Gitarrespielen angefangen. Meine Eltern haben mir immer erzählt, dass ich gesungen habe, bevor ich laufen konnte! Mit 16 habe ich dann in einer Mädchenband gesungen, mit der wir aber noch nicht öffentlich auftreten durften, da wir ja noch nicht volljährig waren. Ich bin dann vor allem durch „Mundwerbung“ von Leuten, die mich singen hörten, in andere Bands gekommen und so hat sich das immer weiter entwickelt. Der Musiker und Produzent Ralph Siegel hat meine Band auch einmal spielen gehört und fand, dass ich eine tolle Stimme habe. Im Jahr 1986 war ich dann beim Vorentscheid für den Grand Prix dabei. Dort hat Siegel eine Band zusammengestellt, und da durfte ich mitmachen. Ich bin heute auch immer noch mit ihm befreundet.

Wie lief die Blind Audition bei „The Voice Senior“ ab?

Von Februar bis Juni wurden die rund 5000 Teilnehmer, die sich beworben hatten, in Vorsingen im ganzen Land mehrmals geprüft. Die Vorentscheidungen wurden dann im Juni, Juli und August gedreht und sind schon abgeschlossen. Die Dreharbeiten fanden im Studio Berlin Adlershof statt, wo auch „The Voice of Germany“ gedreht wurde. Die Stimmung dort war super, das Team der Show, das waren um die 100 Leute, war genial und total hilfsbereit. Wir Teilnehmer wurden bestens versorgt.

Wie war die Stimmung dort?

Es hat bei allen Teilnehmern natürlich höchste Anspannung geherrscht. Ich war sehr aufgeregt, denn das Studio und das Drumherum waren riesig und bei so einer Show hatte ich vorher ja auch noch nie mitgemacht. Als mein Einsatz kam, musste ich einfach liefern – egal, was kam. Man muss einen Song ja auch leben und performen. Da darf man keine Fehler machen. Es gab um die 60 Kameras, die um einen herum aufgenommen haben, aber die habe ich während des Liedes kaum wahrgenommen. Da herrschte völlige Konzentration.

Wen haben Sie zu den Aufzeichnungen mit nach Berlin genommen?

Bei mir waren mein Mann und Freunde aus dem Chiemgau und aus Nürnberg dabei. Die haben mich hinter den Kulissen und aus dem Publikum heraus tatkräftig unterstützt.

Wie haben Sie sich auf Ihren Auftritt vorbereitet?

Je näher der Termin kam, desto mehr habe ich auch das Lied „All By Myself“ von Céline Dion, das ich bei der Blind Audition singen sollte, geprobt. Aber ich habe auch viel Sport gemacht, bin Laufen gegangen und habe Yogastunden absolviert, um meinen Körper fit zu halten.

Welches Jurymitglied ist Ihr persönlicher Favorit?

Ich mag Michael Patrick Kelly total gerne. Der schreibt seine Songs selbst und singt auch auf Englisch, was ich toll finde. Außerdem ist er trotz der Karriere, die er hingelegt hat, immer bodenständig geblieben. Er weiß das zu schätzen, was die Musik ihm gebracht hat, und ist dankbar dafür. Das bewundere ich.

In welchem Rahmen und mit wem werden Sie die erste Ausstrahlung am morgigen Sonntag verfolgen?

Meine Freundin, die mich angemeldet hat, wird natürlich dabei sein; ohne sie hätte ich niemals bei der Show mitgemacht. Aber es kommen noch mehr Freunde, und mein Mann schaut natürlich auch mit. Da wird einiges los sein bei uns.

Interview: Alexandra Schöne

Die Sendung „The Voice Senior“

Wie Fans der bisherigen Casting-Shows im „The Voice-Stil“ es gewohnt sind, startet auch die Ausgabe für Gesangstalente über 60 Jahre zunächst mit „Blind Auditions“, in denen die Talente einen Song performen, während die Coaches ihnen den Rücken zuwenden. Sie sehen erst dann das Gesicht zur Stimme, wenn sie den Buzzer drücken und damit zeigen, dass sie das jeweilige Talent gerne in ihrem Team hätten. Sobald jeder Coach dann sein Team zusammen hat, treten die Talente in sogenannten „Sing Offs“ gegeneinander an. Im Finale können dann die Zuschauer für ihren Favoriten abstimmen.

Die zweite Staffel von „The Voice Senior“ startet am Sonntag, 24. November. Bis zum großen Finale am 15. Dezember ist die Show jeden Sonntag um 20.15 Uhr auf Sat.1 zu sehen.

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