Rosenheim – „Was können Smartphones bei Herzerkrankungen leisten?“ Diesen und weiteren Fragen gingen Mediziner beim jüngsten Kardiologentag im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum nach. Dabei ging Dr. Jan Kaufmann, Ärztlicher Leiter der Elektrophysiologie am Romed-Klinikum Rosenheim, zunächst auf aktuelle Daten zur Diagnostik und Therapie von Vorhofflimmern ein.
Vorhofflimmern sei die häufigste Rhythmusstörung des Menschen und geht mit einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall einher. Insbesondere das Erkennen von kurzzeitigen, asymptomatischen Episoden von Vorhofflimmern ist laut Kaufmann eine große Herausforderung. Die herkömmlichen und etablierten Methoden wie EKG oder Langzeit-EKG seien bezüglich ihrer zeitlichen Aufzeichnungskapazität limitiert oder müssen implantiert werden. Hier kämen sogenannte „Wearables“ ins Spiel, wie Smartphones oder Smartwatches, die bereits weit verbreitet sind. Sie böten laut Kaufmann eine günstige, einfach verfügbare und nach aktueller Datenlage zuverlässige Möglichkeit zur Messung des Herzrhythmuses und anderer Vitalparameter.
In Zukunft könnten nach Einschätzung des Mediziners „Wearables“ eine wichtige Rolle bei der Detektion von Herzrhythmusstörungen spielen. Allerdings seien dazu weitere Studien notwendig.