Pfarrer schwänzt für Lewandowski

von Redaktion

„Servus zusammen“: Stürmerstar zu Gast beim FC-Bayern-Fanclub „Obing 84“

Obing – Wenn sogar der Pfarrer einen Gottesdienst schwänzt, dann muss etwas von großer Bedeutung passieren in der Gemeinde Obing. Und so war am Sonntag Pfarrer i.R. Valentin Tremmel am Vormittag nicht im Gotteshaus, sondern ein paar Häuser weiter, im Gasthof „Zur Post“. Der Grund: Robert Lewandowski, der zurzeit wohl beste Stürmer der Welt, besuchte den FC-Bayern-Fanclub „Obing ’84“.

Pfarrer kam im
Sechzer-Shirt

Die Krux an der Sache: Tremmel ist im Fußball-Geiste tiefblau, ein glühender 60er-Anhänger – und kam deshalb auch mit einem Löwen-Shirt in den mit rund 260 „Roten“ voll besetzten Saal. Robert Lewandowski beeindruckte dieser blaue Fingerzeig von oben aber keineswegs.

Um kurz vor halb 11 kam der Pole in Obing an. In den Saal gespielt wurde er von der Kapelle des Musikvereins Obing, die ihn standesgemäß mit dem „Stern des Südens“ begrüßte.

Dieses Stück hatten die Musiker bereits vor einigen Tagen bei der Jahreshauptversammlung in München gespielt, zu der sie eingeladen waren. Lewandowskis Laune mag das ein bisschen aufgeheitert haben, blickte er zunächst wohl angesichts der samstäglichen 1:2-Heimniederlage gegen Leverkusen doch etwas mürrisch drein.

Doch spätestens als er den in Rot getauchten Saal betrat, war das wie weggeblasen. „Richtig geil“ fand er die Stimmung und freute sich vor allem über die vielen jungen Fans.

Seine Präsenz fand hingegen auch das Personal des Gasthofs klasse: „Ich hab schon ein Foto mit ihm“, rief eine Bedienung und verschwand freudig tänzelnd hinter der Schenke, die neidischen Blicke der umstehenden Kolleginnen in ihrem Rücken.

Das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekam auch der Vorsitzende des Fanclubs, Christian Schnebinger: „Dein Besuch ist für uns wie ein Sechser mit Zusatzzahl im Lotto. So viel Glück wie wir hier in Obing haben: Erst kommt Franck Ribery, dann Arjen Robben. Und jetzt Robert Lewandowski. Vielleicht sollten wir einmal Lotto spielen“, sagte er und musste lachen.

Ein „Servus zusammen“, gab es zur Begrüßung vom Torjäger der Bayern, der neben vielen FCB-Trikots auch welche der polnischen Nationalmannschaft ausmachte. „Das freut mich.“ Richtig anstrengend wurde es für Lewandowski nicht an diesem Sonntag, ein bisschen körperlich aber schon: Im Masskrugschieben musste er sich beweisen.

Der erste Versuch ging noch weit drüber, der zweite war dann etwas kurz. Mit dem dritten und letzten kam er immerhin fast bis ans Ende der Bahn.

Bei der obligatorischen Fragestunde der Kinder verriet der Angreifer, dass er gerne Pasta esse und dass seine Vorbilder unter anderem Thierry Henry, Alessandro del Piero und Roberto Baggio gewesen seien. Außerdem habe er früher viel mit Philipp Lahm unternommen, weil dieser sein Nachbar gewesen sei. Seine Rückennummer 9 habe für ihn keine Bedeutung, jedoch fühle er sich mit dieser sehr wohl, erklärte der Bayern-Star weiter.

Vor der abschließenden Autogrammstunde trug sich der Bayern-Stürmer noch in das Goldene Buch der Gemeinde ein und bekam die Ehrenmitgliedschaft im Obinger Fanclub. Diese haben bereits Robben, Ribery und Pfarrer Tremmel – mit der Mitgliedsnummer 60.

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