Rosenheim – „Sie engagieren sich seit 50 Jahren, ohne einen Vorteil davon zu haben, außer das gute Gefühl.“ Das sagte der stellvertretende Landrat Josef Huber über die diesjährigen Preisträger des Sozialpreises des Landkreises Rosenheim. Er zeigte sich tief beeindruckt von dem „breit gefächerten und andauernden sozialen Engagement“ des Ehepaars Margot und Christoph Wunder aus Bad Endorf.
Grundstein für Jugendrotkreuz gelegt
Wie Bad Endorfs Bürgermeisterin Doris Laban bei ihrer Laudatio sagte, sei sie selbst gerade drei Jahre alt gewesen, als das ehrenamtliche Engagement von Christoph Wunder begonnen habe. „Sie legten als Gründungsmitglied im Jahr 1965 den Grundstein für das Jugendrotkreuz in Bad Endorf“. Weiter engagiere er sich bei der Wasserwacht, der Obdachlosenhilfe St. Bonifaz in München, als Seniorenbeauftragter und seit 2018 nun auch im Gemeinderat.
Ganz besonders lobte Laban das soziale Engagement des Ehepaares in ihrer Heimatgemeinde Bad Endorf – sowohl beim Sozialdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), als auch im BRK-Kleiderladen. „Der Kleiderladen ist zugleich ein soziales Bindeglied und soziales Zentrum unserer Gemeinde. Sie sind immer da und haben immer ein liebes Wort übrig“, sagte Laban. Gemeinsam hat das Ehepaar allein hier bisher rund 15700 ehrenamtliche Stunden geleistet. Laban bezeichnete das Ehepaar als „feste Größe in der Gemeinde und als Vorbild vor allem auch für viele junge Menschen“.
Einsatz für Tschernobyl-Opfer
Zusätzlich zur Hilfe vor Ort unterstützte das Ehepaar in den vergangenen Jahren zahlreiche weltweit agierende Hilfsorganisationen. So zum Beispiel nach der Tsunamikatastrophe 2005 in Sri Lanka oder eine Hilfsaktion 2006 in Nairobi. Christoph Wunder war außerdem 1997 Gründungsmitglied des Vereins Gomelhilfe. „Zusammen mit ihren Mitstreitern kümmerten sie sich um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der weißrussischen Stadt Gomel und im Sperrbezirk rund um das ehemalige Kernkraftwerk Tschernobyl“, erklärte Laban. „Das Ehepaar Wunder ist für mich als Bürgermeisterin ein soziales Wunder. Mit viel Kraft und Liebe immer für andere da.“
Christoph Wunder bedankte sich für die Auszeichnung. „Wir freuen uns über diesen Preis. Es ist eine ganz besondere Ehre“. Gleichzeitig bedankte er sich bei den vielen anderen ehrenamtlichen Helfern, die das Ehepaar bei ihrer Arbeit unterstützen. Beispielsweise bei den vielen Akteuren, die die Seniorennachmittage bereichern. Er dankte den Helfern beim Sozialdienst und dem BRK-Kleiderladen und auch den Menschen, die ihre Sachen vorbei bringen. „Wir haben wirklich tolle Kleiderspenden aus allen Schichten. Der Kleiderladen ist ein richtiges Kommunikationszentrum. Hier zu arbeiten mache Spaß und ist kein Zwang“, sagte Wunder.
Beispielhaftes Handeln
Der Sozialpreis ist mit 5000 Euro dotiert und wird jährlich vom Landkreis vergeben. Der Kreis ehrt damit beispielhaftes Handeln im sozialen Bereich, insbesondere den herausragenden Einsatz auf dem Gebiet der Alten-, der Behindertenarbeit und der Hilfe für die sozial Schwachen und Benachteiligten.