Bad Aibling – Schock beim vorweihnachtlichen Einkauf: Am späten Mittwochnachmittag sprühte ein unbekannter Mann in der Bad Aiblinger Aldi-Filiale in der Ebersberger Straße mit Reizgas um sich. Gegen 17.30 Uhr traf die Polizei mit zwei Streifenwagen am Tatort ein, der Täter war da jedoch schon über alle Berge. Etwa 15 bis 20 Personen wurden nach Polizeiangaben leicht verletzt, sie klagten über Reizungen der Atemwege.
Eine von ihnen ist Antje Reich aus Au bei Bad Aibling, die mit ihrem zwölfjährigen Sohn im Discounter einkaufte, als das Reizgas versprüht wurde. „Ich sagte zu ihm, wir müssen schnell hier raus, da stimmt etwas nicht“, berichtet die 45-Jährige im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. „So etwas möchte man niemals erleben. Die Leute husteten plötzlich ganz arg. Es waren einige ältere Menschen dort und eine Mutter mit einem Kleinkind auf dem Arm“, so Reich. Am Tag danach verspüre sie immer noch ein leichtes Kratzen im Hals. Ihr Sohn, der an Asthma leide, habe nach dem Vorfall Sauerstoff bekommen. Er sei am Donnerstag aber wieder zur Schule gegangen.
Sie habe vor dem Geschäft mit einem Mann gesprochen, der den Täter als „etwa 60 Jahre alt mit Vollbart“ beschrieben habe, erzählt Antje Reich. Der Zeuge habe auch ein Foto vom Auto gemacht, mit dem der Täter weggefahren sei. Die Qualität des Bilds sei aber sehr schlecht gewesen, man habe aufgrund der Dunkelheit kaum etwas erkennen können.
Die Polizei wollte bislang lediglich bestätigen, dass es sich um einen männlichen Täter handelt. Alles Weitere werde derzeit untersucht. Für die Ermittlungen werden noch Zeugen gesucht, die sich bei der Polizeiinspektion Bad Aibling unter Telefon 08061/90730 melden sollen.
Das Bayerische Rote Kreuz war mit einem Rettungswagen im Einsatz, sagt Rettungsdienstleiter Thomas Neugebauer. „Die Sache war recht schnell erledigt, es war kein Transport in ein Krankenhaus erforderlich“, so Neugebauer. Anton Maier