Rohrdorf – Nachdem zehn Migranten am Donnerstag von einem bislang unbekannten Schleuser an der A8 auf Höhe Rohrdorf ausgesetzt worden waren, hat die Bundespolizei in Rosenheim die Ermittlungen aufgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden die neun Erwachsenen und ein Mädchen (6) von Rumänien aus auf der Ladefläche eines geschlossenen Transporters oder Kleinlasters bis nach Deutschland geschleust. In der Nacht auf Donnerstag wurden auf der A8 mehrere Verkehrsteilnehmer auf eine Personengruppe aufmerksam, die zu Fuß auf der Autobahn unterwegs war. Die Verkehrspolizei fand vier Personen am Fahrbahnrand in der Nähe der Rastanlage Samerberg. Sie gaben an, dass sie zuvor an einer Tankstelle mit großem Parkplatz die Ladefläche ihres Schleuserfahrzeugs verlassen mussten. Da sie vom Fahrer dort einfach zurückgelassen worden wären, machten sie sich – trotz fehlender Ortskenntnis – zu Fuß auf den Weg und überquerten dabei die Fahrbahn. Aufgrund der Schilderungen der Geschleusten mussten die Beamten davon ausgehen, dass die abgesetzte Gruppe noch größer gewesen sein muss. Tatsächlich trafen die verständigten Fahnder aus Raubling im Restaurant und in einer Toilette der Rastanlage Samerberg sechs weitere Migranten, darunter ein Kind. Eigenen Angaben zufolge stammen die insgesamt zehn Personen ursprünglich aus Syrien, dem Irak beziehungsweise der Türkei. Wie sich herausstellte, waren sie in der Vergangenheit bereits von den zuständigen Behörden in Rumänien oder Bulgarien registriert worden. Bis auf die Sechsjährige und ihren 32-jährigen syrischen Vater, die einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet wurden, müssen die Migranten Deutschland wohl wieder verlassen. Die Ermittlungen der Polizei konzentrieren sich jetzt auf den unbekannten Schleuser, der die Migranten ausgesetzt hat.