Polizeipräsident fällt weiter aus

von Redaktion

Nach Unfall beim Motorrad-Fahrsicherheitstraining: Rückkehr erst im neuen Jahr

Rosenheim – Motorradfahren ist seine Leidenschaft – und die wurde Rosenheims Polizeipräsidenten Robert Kopp (60) Mitte September zum Verhängnis: Bei einem internationalen Polizeimotorrad-Fahrertraining am Großglockner krachte ihm seine Maschine aufs Bein. Die Folge: ein komplizierter Bruch. Seitdem fällt er aus – und er wird erst im neuen Jahr in den Dienst zurückkehren. Das erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Nachfrage. Wann genau, ist noch ungewiss.

Motorrad kippt
aufs Bein

Blick zurück: Es sollte ein besonderer Arbeitstag werden: mit dem Motorrad in der österreichischen Bergwelt unterwegs, die geschwungene Großglockner-Hochalpenstraße entlang, mit ihren legendären Serpentinen bis zur Passhöhe. Doch dann passierte es: Bei geringer Geschwindigkeit, nahezu im Stillstand, kippte das Dienstmotorrad von Robert Kopp um – und landete ausgerechnet auf seinem Bein (wir berichteten). Damit war für ihn das weltweit größte Training für Polizeimotorradfahrer – mit mehr als 120 Beamten aus 14 Ländern – beendet.

Im Tauernklinikum Zell am See, in das Kopp eingeliefert wurde, dann die Diagnose: ein komplizierter Bruch. Der Polizeipräsident ließ sich daraufhin in eine Münchner Spezialklinik verlegen – per diensteigenem Helikopter. Und abgesegnet vom obersten Dienstherrn, Innenminister Joachim Herrmann. Da „medizinisch notwendig“, wie das Ministerium damals ausdrücklich betonte.

Diskussion über die Transportkosten

Denn: Der Flug entwickelte sich zum Ärgernis. Ein „verärgerter Steuerzahler“, wie er sich selbst bezeichnet, hatte offenbar in Zell am See den Abtransport des Polizeipräsidenten beobachtet – und eine Diskussion über die Kosten des Heli-Einsatzes angestoßen. Sogar die Staatsanwaltschaft Traunstein hatte sich nach Eingang eines anonymen Schreibens damit beschäftigt – und wollte die strafrechtliche Relevanz prüfen. Zu welchem Ergebnis die Staatsanwaltschaft kam, dazu war aus Traunstein bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu erhalten.

Polizeipräsident Kopp befindet sich indes, gut drei Monate nach dem Unfall, auf dem Weg der Besserung. Bei der ein oder anderen Veranstaltung war der Polizeipräsident den Herbst über sogar schon vertreten. Das war jedoch nur die Ausnahme – denn völlig fit ist er noch nicht, wie seine Pressestelle auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilt. „Es hat sich um eine schwerwiegende Verletzung gehandelt“, so Polizeisprecher Alexander Huber. „Das nimmt geraume Zeit in Anspruch.“

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