Riedering – Zufälle gibt’s: Weil das Auto eines Nachbarn in der vereisten Zufahrt festhing und der Neukirchener Feuerwehrkommandant Georg Lindner mit Freunden half, den Wagen flott zu machen, entdeckte er auf der Rückfahrt von Patting relativ rasch das Großfeuer im nahen Persdorf. Und weil der Brand der Schreinerei (wir berichteten) am Wochenende ausbrach und fast alle Feuerwehrleute verfügbar waren, „hatten wir in wenigen Minuten 40, 50 Leute vor Ort“, sagt Linder. Darunter auch Feuerwehrfrauen, elf sind es überhaupt. Letztlich bekämpften 150 Einsatzkräfte aus der Gemeinde Riedering das Flammenmeer bis nach Mitternacht, verhinderten ein Überspringen des Feuers aufs nahe Hotel. Eine Fensterscheibe barst aufgrund der Hitze, eine Garage lief voll Löschwasser. Hotelgäste kamen nicht zu Schaden.
Montagmorgen zeigte sich noch ein Glutnest. Für Lindner bei einer so großen Feuerstelle immer einzukalkulieren. Den ganzen Tag über wurde deshalb kontrolliert. Von außen. „Rein schicke ich keinen, das Dach könnte einstürzen.“ Wie viele Kubikmeter Löschwasser nötig waren, lässt sich nicht sagen. Nur so viel: Nach dem ersten „Wasser marsch“ aus einem Hydranten an der Schreinerei nutzten die Feuerwehren schnell eine vormalige Güllegrube, die zum Löschteich umfunktioniert ist. Vorrat: etwa 300 Kubikmeter. Eine 600 Meter lange Schlauchleitung verband dieses Reservoir mit einem natürlichen Löschteich. Daraus füllte gestern die Feuerwehr den „Gülle-Teich“ wieder auf. Bereits in der Früh hatten sich Brandermittler auf Spurensuche gemacht. Gutachter des Landeskriminalamtes sollen dazustoßen. Die Untersuchungsergebnisse werden dann der Staatsanwaltschaft übergeben. Einen Zusammenhang des Feuers mit anderen Bränden in der Region schließen Kripo und die Polizei aber kategorisch aus. „Es gibt keinen Feuerteufel.“
Als Sebastian Daxenberger, Inhaber der Schreinerei, am Samstag den Anruf von Lindner entgegennahm, „die Schreinerei brennt lichterloh“, schwante ihm Übles. Rein ins Auto, hingerast. Das Gebäude und wertvolle, computergesteuerte Maschinen brannten lichterloh. Dazu viel Plattenmaterial – diesen Schaden schätzt er auf 150000 Euro. Zum Glück, sagt er, seien Produkte schon ausgeliefert worden. Sein Betrieb ist seit 1990 auch „Hoflieferant“ für den FC Bayern München, Büros und Mannschaftskabinen tragen seine Handschrift.ew