Explosion reißt Anwohner aus dem Schlaf

von Redaktion

Selbst gebastelter Zündsatz detoniert in Buswartehäuschen bei Haidbichl – LKA-Sprengstoffexperten hinzugezogen

Prutting/Haidbichl – Ein gewaltiger Knall riss in der Nacht auf den gestrigen Mittwoch die Menschen im kleinen Weiler Haidbichl (Gemeinde Prutting) aus dem Schlaf: Dort war im Bushäuschen an der Staatsstraße Richtung Vogtareuth (2359) ein selbst gebastelter Zündsatz detoniert.

Herausgerissene Bretter, Splitter und Dreck zeugen noch von der Explosion, die sich in der Nacht gegen 22.45 Uhr in dem Wartehäuschen zugetragen hatte.

Anwohner, aufgeschreckt durch den Knall, machten sich sogleich auf die Suche – und entdeckten die Schäden am Haltepunkt. „Ich bin durch den Krach aufgewacht und zusammen mit meinem Nachbarn sofort zum Bushäusl gelaufen, um nachzusehen, was dort los ist“, schildert Landwirt Josef Tippl die Geschehnisse in dieser Nacht. Dort: ein Bild der Verwüstung. Splitter, Dreck, der zerstörte Mülleimer und Bretter, die aus der Verankerung gerissen worden waren. Schaden: rund 1000 Euro.

Tippl und sein Nachbar verständigten umgehend die Polizei Rosenheim, die noch in der Nacht mit einer Streife vor Ort war.

Zur Tatzeit fand an der betroffenen Bushaltestelle laut Polizei kein Linienbusverkehr mehr statt.

Mittwochvormittag übernahm die Kripo Rosenheim die Ermittlungen und befragte zudem die Anwohner auf der Suche nach möglichen Zeugen.

Den Mülleimer sowie die Reste des Sprengsatzes stellte die Kripo sicher – und zieht für die weiteren Ermittlungen die Sprengstoff-Experten des Landeskriminalamtes in München hinzu. Ersten Erkenntnissen zufolge geht die Polizei davon aus, dass es sich um einen selbst gebastelten Zündsatz handelt. „Alles weitere müssen die Untersuchungen ergeben“, erklärt dazu Polizeisprecherin Carolin Hohensinn gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

Dann wird sich möglicherweise auch herausstellen, ob es sich bei der Explosion nur um einen Streich von Jugendlichen gehandelt hat – oder ob mehr dahintersteckt. „Einfache Silvesterknaller waren es zumindest nicht“, ist Landwirt Tippl überzeugt. „Dazu war die Sprengung zu gach.“ Zumal Tippl und sein Nachbar auf dem Weg zum Bushäuschen noch ein Auto wegfahren haben sehen. Erst einen Feldweg in Richtung Hofstätter See entlang, dann weiter auf die Staatsstraße Richtung Rosenheim. „Leider haben wir nicht mehr als die Rücklichter erkennen können“, bedauert Tippl.

Die Kripo Rosenheim erbittet sachdienliche Hinweise unter Telefon 08031/
200-0.

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