Rosenheim – Dass der kommerzielle Kaffeeschmuggel nicht nur ein Phänomen der Nachkriegszeit ist, beweist ein aktueller Fall des Hauptzollamtes Rosenheim. Bei einer Kontrolle auf der A8 am Parkplatz Seehamer See entdeckten Beamte in einem österreichischen Kleintransporter 128 Kilogramm unversteuerten Röstkaffee. Der Fahrer, zugleich Geschäftsführer eines österreichischen Lieferdienstes, hatte einen Teil des Kaffees bereits in Rosenheim ausgeliefert und war unterwegs zu Kunden in München und Umgebung.
Bei der Überprüfung stellten die Zöllner fest, dass sie es mit einem Wiederholungstäter zu tun hatten. Der 44-Jährige war bereits vor ein paar Monaten mit 209 Kilogramm unversteuertem Röstkaffee erwischt worden. Das seinerzeit eingeleitete Strafverfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Nun erwartet den Kaffeeschmuggler erneut ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Zudem wird die Kaffeesteuer für die aufgefundene Menge in Höhe von rund 280 Euro erhoben.
In Summe bringt die Kaffeesteuer, die auch auf kaffeehaltige Waren erhoben wird, dem Bund pro Jahr eine Milliarde Euro ein. Alleine auf das Hauptzollamt Rosenheim entfallen jährlich über 5,5 Millionen Euro.