Ruhpolding –Biathlon und Ruhpolding ist seit 40 Jahren miteinander verbunden. Rund 80000 Besucher pilgern an den Weltcup-Tagen regelmäßig zu der Austragungsstätte.
Dass die Chiemgau-Arena nicht nur ein Spaßbetrieb, sondern ein wirtschaftliches Unternehmen sein muss, machte die Jahresrechnung 2018/2019 einmal mehr deutlich: 1,6 Millionen Euro fährt der Eigenbetrieb Chiemgau-Arena“ in Ruhpolding in diese Saison an Verlusten ein.
Aber: Dies gleiche der Abzug von Abschreibungen, den Schuldendienst und den Rückbauverpflichtungen nach Angaben des Leiters des Olympiastützpunktes am Zirmberg, Engelbert Schweiger, mit. Vor allem müsse sich das im April 2018 neu etablierte Firmenkonstrukt, welches in Deutschland bislang einzigartig ist, auch erst etablieren. Wie berichtet, ist der Bereich „Chiemgau-Arena“ zum 1. Mai 2018 in einen Eigenbetrieb umgewandelt worden.
Umstellungen
prägten das Jahr
Mit diesem Startschuss haben laut Schweiger aber erst umfangreiche Umstellungsarbeiten von der „kameralistischen Buchführung in eine Bilanzierung nach dem Handelsrecht“ Unter anderem sei durch den vom Landratsamt Traunstein ausgerufenen Katastrophenfall beim Biathlonweltcup 2019 das Ergebnis zusätzlich mit über 300000 Euro durch Mehrausgaben und Einnahmeausfälle belastet worden.
Nicht ohne stolz verkündete Schweiger aber jüngst gegenüber dem Ruhpoldinger Gemeinderat: „Es werden aus dem Haushalt keine zusätzlichen Mittel benötigt.“ Im Gegenteil man habe sogar 54000 Euro erstmalig für Aufwendungen und die Investitionen in das neue Marketingkonzept gehabt. Die Chiemgau-Arena ist nicht nur ein einfacher Austragungsort des jährlich stattfindenden Biathlon Weltcups, sondern als Leistungszentrum und Olympiastützpunkt auch das Herzstück des Nordischen Skisports in Ruhpolding.
Umsatz liegt bei
3,5 Millionen Euro
Durch die umfassenden Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre zählt sie zu einer der modernsten Wintersportarenen der Welt. 2012 fanden bereits zum vierten Mal die Biathlon- Weltmeisterschaften mit insgesamt über 240000 Zuschauern in der Chiemgau- Arena statt. Der Eigenbetrieb hat dem Leiter zufolge einen Umsatz von über 3,5 Millionen Euro. Das Anlagevermögen belaufe sich auf rund 11,7 Millionen Euro und das Stammkapital betrage zwei Millionen Euro. Ein wesentlicher Bestandteil der Trainingsstättenfinanzierung seien die Zuwendungen von Bund und Land, die seit 2003 weitgehend unverändert geblieben waren, so der Leiter des Biathlonzentrums.
Der Eigenbetrieb der Chiemgau-Arena soll neue Geschäftsfelder erschließen. Auch will die Gemeinde den Betrieb transparenter machen und von einem Regiebetrieb zu einem wirtschaftlichen Eigenbetrieb umwandeln. sm/hbw