Rosenheim – Nach dem traurigen Abschied von Joseph Hannesschläger, der am 20. Januar einem Krebsleiden erlegen war (wir berichteten), können sich die Fans der TV-Serie „Rosenheim- Cops“ ab 18. Februar auf ein neues Gesicht im Ermittlerteam einstellen: Die Münchnerin Vanessa Eckart ist in neuen Folgen der Kultserie als Kommissarin Eva Winter zu sehen. Die 1987 in München geborenen Eckart machte sich unter anderem als Schauspielerin am Münchner Metropoltheater einen Namen. Was Serienfans von der neuen Kommissarin erwarten dürfen und was sie mit der Stadt Rosenheim verbindet, hat Eckart im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen verraten.
Erzählen Sie uns ein bisschen was über Ihre neue Rolle – wie wird sie in der Serie eingeführt und wie kamen Sie dazu?
Meine Rolle ist die junge Kriminalhauptkommissarin Eva Winter. Nachdem sie in ihrer Heimatstadt Bielefeld befördert wurde, merkt sie, dass sich nicht wirklich etwas für sie verändert und beschließt, dass es Zeit für einen Tapetenwechsel ist. So verschlägt es sie nach Rosenheim. Erstmal tatsächlich, weil ihr der Name so gut gefällt. Ich selbst bin, ganz klassisch, durch ein Casting zu Frau Winter gekommen. Und freue mich natürlich sehr darüber.
Die „Rosenheim-Cops“ gehören zu den Dauerbrennern im ZDF. Was glauben Sie, woran das liegt?
Ich glaube, es ist die ausgewogene Mischung aus angenehmer Spannung und unterhaltsamem Humor. Man kann miträtseln, was den Fall betrifft, und wird gleichzeitig mit in den Alltag individueller Charaktere genommen. Figuren wie Michi Mohr und Miriam Stockl sind Kult! Es macht einfach Spaß, zuzuschauen und ist wunderbare Unterhaltung.
Und was erwarten die Zuschauer von der neuen Kommissarin?
Schwierige Frage! Da müsste man die Zuschauer selbst fragen. Ich weiß nur, dass Eva Winter eine neue Farbe in das Team bringt und Veränderung ist ja immer etwas sehr Spannendes.
Wie darf man sich denn das vorstellen: Ist schon jetzt genau vorgeschrieben, was für ein Mensch „Eva Winter“ ist – und wie viel Freiheit haben Sie, die Rolle selbst zu gestalten? Welche Faktoren entscheiden noch über die Entwicklung der Figur?
Das Tolle ist, dass mir von Anfang an viel Freiraum und Vertrauen, vonseiten der Produktion und des Teams vor Ort, gegeben wurden. Natürlich wurde über ein paar Grundinformationen, was die Rolle angeht, gesprochen, aber Eva Winter zum Leben zu erwecken, bleibt wunderbarerweise sehr mir überlassen. Mit der Zeit „lernt“ man so eine Rolle auch immer besser kennen, merkt wie sie „tickt“ und entdeckt Wesenszüge. Wie reagiert Eva Winter in gewissen Situationen? Ist sie eher penibel oder locker? Da ergeben sich über die Zeit auch immer mehr Charakteristika. Das macht das Ganze auch so spannend und es wird nie langweilig, da sich die Rolle immer weiterentwickelt und man mehr und mehr darin aufgeht.
Eine toughe Kommissarin im beschaulichen Rosenheim – ist es in den deutschen Serien noch schwierig, mit starken Frauenrollen zu punkten?
Eva Winter ist ja nicht nur tough. Das wäre ja auch etwas langweilig. Ich glaube tatsächlich, man kann mit spannenden, vielschichtigen, interessanten Rollen an sich punkten. Da wird es dann eher uninteressant, ob die Figur, der ich als Zuschauer nun folge, ein Mann oder eine Frau ist. Das ist zumindest die Utopie und ich denke, die ist nicht unmöglich.
Welche Zuschauerreaktionen erhoffen Sie sich?
Ich hoffe, die Zuschauer merken, mit welcher Freude ich Eva Winter verkörpere. Wenn mir das gelingt, ist alles gut. Ob Frau Winter dann als sympathisch empfunden wird oder nicht, liegt dann aber ganz beim jeweiligen Zuschauer.
Wie viel Arbeit steckt im Seriendreh für Sie? Wird Rosenheim damit für Sie zu einer zweiten Heimat werden?
Es ist definitiv viel Arbeit. Man muss sich vorbereiten, Text lernen und im Drehzeitraum selbst ist man dann jeden Tag von morgens bis abends am Set. Da wir nicht nur in Rosenheim drehen, sondern auch viel in München oder im Umland, werde ich eher Bayern an sich noch mehr entdecken. Bestimmt werde ich durch meine Arbeit bei den Rosenheim-Cops noch mehr tolle Orte und Gegenden kennenlernen und Bayern nur noch mehr lieben lernen.
Was verbinden und verbindet Sie mit Rosenheim und den „Rosenheim- Cops“?
Mit Rosenheim verbinde ich definitiv Auszeit, die wunderschöne Natur und das Privileg, in Bayern zu leben und mal eben dorthin fahren zu können, wo andere Menschen Urlaub machen. Meine Eltern leben nun seit ein paar Jahren im Chiemgau und ich verbinde mit dieser Region viel Gutes. Mit den Rosenheim-Cops verbinde ich eine wunderbare Zeit, in der ich viel lerne und wunderbare Menschen kennenlerne.
Wie gut haben Sie das Team und vor allem Ihre Schauspielkollegen schon kennenlernen können?
Die Arbeit am Set ist eine sehr intensive. Man lernt sich tatsächlich sehr schnell sehr gut kennen. Einfach schon allein, weil man so viel Zeit miteinander verbringt. Man wächst über die Zeit sehr zusammen. Das ist schon etwas sehr Besonderes und schwer mit anderen Dingen zu vergleichen. Da wird das Team zu einer Art „zweiter Familie“. Glücklicherweise ist das Team bei den Rosenheim-Cops ganz bezaubernd. Ich habe mich von Tag eins an sehr willkommen gefühlt. Mit einigen Schauspielkollegen und Leuten aus dem Team gab es auch schon private Unternehmungen, wie Brunches oder Theaterbesuche. Wir mögen uns sehr gern.
Mit Joseph Hannesschläger ist jüngst ein Schauspieler gestorben, der wesentlichen Anteil am Erfolg der „Rosenheim- Cops“ hatte. Haben Sie ihn noch kennengelernt?
Ja, das habe ich. Wir hatten glücklicherweise auch noch die Freude, miteinander zu drehen.
Wie haben Sie ihn erlebt?
Joseph hat mich mit offenen Armen bei den Rosenheim-Cops empfangen. Ich habe ihn als einen sehr warmherzigen und offenen Menschen erlebt, der mir meinen Einstieg sehr leicht gemacht hat.
Welche Bedeutung hatte er als Mensch und als Kommissar Korbinian Hofer für die „Rosenheim-Cops“?
Joseph war von Anfang an dabei und hat die Serie mit zu dem gemacht, was sie heute ist. Seine Rolle als Korbinian Hofer ist Kult und er wird schmerzlich vermisst. Von seinen Fans als auch dem ganzen Team der „Rosenheim-Cops“.
Haben Sie schon Freizeit-Pläne, um die drehfreie Zeit in der Region Rosenheim zu nutzen – zum Skifahren zum Beispiel? Oder könnte man Sie sogar in dem einen oder anderen Café treffen?
Leider fahre ich nicht Ski, aber das steht tatsächlich noch auf meiner Wunschliste. Vielleicht schaffe ich es ja, 2020 endlich einen Kurs zu machen. Sonst gehe ich gerne in der Region wandern, spazieren und verbringe dort am liebsten Zeit am Wasser. Da schmeckt der Kaffee dann auch besonders gut.
Interview: Janina Sgodda