Für CSU empfiehlt sich Zurückhaltung

von Redaktion

Interview mit Daniela Ludwig

Rosenheim – CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat nach dem Desaster bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen ihren Rücktritt vom Parteivorsitz und den Verzicht auf die Kanzlerkandidatur angekündigt. Die OVB-Heimatzeitungen sprachen mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig über die aktuelle Entwicklung.

War der radikale Rückzug von Frau Kramp-Karrenbauer aus Ihrer Sicht unausweichlich?

Ich zolle Annegret Kramp-Karrenbauer Respekt für ihre Entscheidung gegen eine mögliche Kanzlerkandidatur. Die amtierende CDU-Parteivorsitzende stellt damit die Zukunft der Partei über ihre eigenen Ambitionen. Dies verdient unsere Anerkennung. Es ist immer eine besondere Herausforderung für die Beteiligten, wenn Parteivorsitz und das höchste Regierungsamt auseinanderfallen. Das weiß die CSU auch aus eigener Erfahrung.

Wie stark ist die Kanzlerin durch die Ereignisse in Thüringen und das innerparteiliche Beben in der CDU beschädigt?

Die Kanzlerin hat trotz ihres Aufenthalts in Afrika schnell und vor allem mit großer Klarheit reagiert. Das ist ihr hoch anzurechnen. Ihr für die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen eine Verantwortung zuzuschreiben, wäre absurd. Auch ihre Positionierung in Sachen Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder, war eindeutig. Von einer Angeschlagenheit der Kanzlerin kann absolut keine Rede sein.

Der CSU-Parteichef hat sich erst kürzlich massiv für Veränderungen im Bundeskabinett ausgesprochen. Erhöht er jetzt den Druck auf die Kanzlerin, seiner Forderung Folge zu leisten?

Jetzt ist es an der CDU zu klären, wie sie die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze regelt. Dazu sollte man den Verantwortlichen die nötige Zeit zugestehen. Auch für eine Schwesterpartei empfiehlt sich hier Zurückhaltung. Für die CSU ist es wichtig, dass wir weiterhin geschlossen als Union zusammenstehen und unser Land verantwortungsvoll regieren.Interview: Norbert Kotter

Artikel 8 von 11