Passwörter fürs Leben

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

„Bitte ändern Sie Ihr Passwort!“ Alle drei Monate gibt mir mein Computer diesen lästigen Hinweis. Wieder muss ich mir eine neue Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Zeichen überlegen. Vor allem muss ich mir diese dann auch gut einprägen, denn sonst kann ich am PC kein einziges Programm mehr öffnen.

Habe ich aber das gültige Passwort, tut sich eine virtuelle Welt von unendlichen Möglichkeiten auf. Auch in unserem Leben dürfen wir die richtigen Passwörter nicht vergessen. „Bitte“ und „Danke“ sind dabei vielleicht die ersten wichtigen Passwörter, die ein Kind zu lernen hat. Und ohne die Passwörter „Du“, „Ich hab Dich lieb“ und „Es tut mir leid“ kann auf Dauer kein menschliches Leben gelingen.

Wenn ein Wort, das wir aussprechen, anderen zum Trost, zum Vertrauen, zur Hoffnung und zu einer Ermutigung wird, dann werden wir selber zu einem lebendigen Passwort für andere. Es eröffnet Zugang zum Leben.

Der geniale Mathematiker Blaise Pascal hat Zeit seines Lebens so ein Wort bei sich getragen. Nach einer nächtlichen Gotteserfahrung hat er es auf einen Zettel geschrieben und im Saum seines Rockfutters einnähen lassen. Er beginnt von nun an, die staubtrockene Wissenschaft mit einem lebendigen Glauben zu verbinden. Dabei ist er ein sehr moderner Christ, weil er das Problem auszuhalten sucht, dass vieles nicht erklärbar ist und Gott scheinbar schweigt.

Für den Zugang zu meinem PC muss ich mich immer wieder für ein neues Passwort entscheiden. Das gilt auch für unser Leben, das nicht aus Zufall oder Willkür besteht. Die Passwörter, die wir uns geben, werden dann auch unser Leben prägen, formen und wegweisend sein. Am 19. August 1662 stirbt Blaise Pascal im Alter von 39 Jahren. „Möge Gott mich nie verlassen“, sollen seine letzten Worte gewesen sein. Was für ein wunderbares Passwort!

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