Brenner-Nordzulauf: Groß angelegte Demonstration gegen Neubautrasse

von Redaktion

Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. veranstaltet am Samstag Protestmarsch mit Kundgebung am Max-Josefs-Platz in Rosenheim

Rosenheim – Der Protest gegen eine Neubautrasse für den Brenner-Nordzulauf wird am morgigen Samstag wieder auf die Straße getragen: Die Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land e.V. veranstaltet einen Protestmarsch, der von vier Startpunkten aus zum Max-Josefs-Platz in Rosenheim führt. Dort findet eine Abschlusskundgebung statt.

„Kommunalwahl ist
eine Schicksalswahl“

Die Bürgerinitiative misst dem Thema Brenner-Nordzulauf eine hohe politische Bedeutung bei. Man wolle im Vorfeld der Kommunalwahl im März ein weiteres Zeichen setzen, teilten die Initiatoren mit. „Die Kommunalwahl ist eine Schicksalswahl, die darüber ent-scheidet, ob das Inntal und das Rosenheimer Land eine neue Bahnstrecke bekommt, die hunderte Hektar wertvoller Natur, landwirtschaftliche Betriebe und das touristische Bild zerstören wird“, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative.

Bei einer von ihr durchgeführten Online-Umfrage im Dezember 2019 hätten sich von rund 3000 Teilnehmern 84 Prozent gegen eine Neubautrasse ausgesprochen. Auch die Forsa-Umfrage, deren Ergebnisse von der Deutschen Bahn im November 2019 vorgestellt wurden, habe mit 59 Prozent eine deutlich nachlassende Zustimmung für eine neue Bahnstrecke ergeben als noch im Jahr zuvor (78 Prozent).

Mit der Demonstration wolle man die Proteststimmung in der Bevölkerung sichtbar machen, heißt es vonseiten der Bürgerinitiative. Sie verweist dabei auf die mehr als 30000 Unterschriften für eine Petition an den Bundestag. Darin wird gefordert, den bedarfsgerechten Ausbau der Bestandsstrecke als mögliche Alternative zu einer Neubautrasse in die Entscheidung über den Brenner-Nordzulauf einzubeziehen und die Projektbeschreibung entsprechend anzupassen.

Die Demonstrationen haben vier Startpunkte: Als Erste gehen die Teilnehmer vom Sammelpunkt West am Schwaiger Kreisel um 9.30 Uhr los. Um 9.50 Uhr setzt sich der Zug vom Sportplatz in Westerndorf in Bewegung. Am Sammelplatz Süd an der Kirche Heilig Blut ist um 10 Uhr Abmarsch, um 10.15 Uhr gehen dann die Demonstranten am Rathausplatz in Stephanskirchen los.

Die Erfahrungen
aus Stuttgart21

Bei der Abschlusskundgebung ab 11 Uhr auf dem Max-Josefs-Platz sprechen die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl, Maria Haimerer von der Bürgerinitiative Rohrdorf, der überparteiliche Landratskandidat Rainer Auer (parteifreier Bürgermeister von Stephanskirchen) und Thomas Riedrich von der Bürgerinitiative Rosenheimer Land. Außerdem berichten Vertreter der Protestbewegung gegen das Bauprojekt „Stuttgart21“ von ihren Erfahrungen.

Aufgrund der Demonstration kann es am Samstag laut Polizeiinspektion Rosenheim in der Innenstadt zu punktuellen Verkehrsbehinderungen kommen.ama

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