Jetzt kommen wieder die Tage, in denen das Vermummungsverbot quasi außer Kraft gesetzt wird. Es ist faszinierend, was sich die Menschen im Fasching alles einfallen lassen und wie viele kreative Ideen da umgesetzt werden.
Besonders auf den Faschingszügen wird mit aktuellen Themen der oft scheinheiligen Welt schonungslos der Spiegel vorgehalten. Es sind die Tage wider den tierischen Ernst. Wie gut, dass es auch diese Zeiten der Heiterkeit in unserem Leben gibt, die deutlich machen, dass unsere Welt bunter ist, als wir sie manchmal sehen und wir vom Wesen her eigentlich zur Freude bestimmt sind.
Während die Narren jetzt ausgelassen aus dem Alltag ausbrechen, ist für andere der Fasching in diesem Jahr einfach „nicht dran“. In manchen Lebensphasen ist einem nicht danach zu Mute und dann darf es auch die geben, die um den Fasching grundsätzlich einen großen Bogen machen. Gut, wenn einer den anderen so akzeptieren und in den nächsten Tagen mit oder ohne Maske unterwegs sein kann.
Dazu kommen die Masken, die wir das ganze Jahr über tragen. Wir haben im Beruf und in der Öffentlichkeit ständig unsere Rolle zu spielen und geben dabei oft vor, jemand anderes zu sein, als wir in Wirklichkeit sind.
Die sozialen Netzwerke haben das in den vergangenen Jahren gefährlich verstärkt. Wir zeichnen dort von uns selber ein Wunschbild ab, dem wir dann mühsam hinterherlaufen. Ehrlich gesagt, ziehe ich bis zum Aschermittwoch gern als Biene Maja oder als Känguru durch die Gegend, wenn ich danach meine ganze Maskerade wieder voll und ganz ablegen darf.
Ich habe die Hoffnung, dass es zumindest eine Handvoll Menschen gibt, die mich dann auch mögen, wie ich wirklich bin. Der weise König Salomo bringt es in der Bibel auf den Punkt: „Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der Herr sieht auf das Herz.“