Gitarrentrainer – made in Prien

von Redaktion

Erfinder Louis Einsiedler (14) macht bei „Das Ding des Jahres“ mit

Prien – Daumen drücken heißt es morgen für eine Priener Erfindung in der ProSieben-Show „Das Ding des Jahres“. In der Jugend-Kategorie tritt der 14-jährige Louis Einsiedler an. Er ist von Kindesbeinen an ein Tüftler und Bastler. Der Jury um Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer, den Moderatoren Lena Gercke und Joko Winterscheidt sowie Rewe-Chefeinkäufer Hans-Jürgen Moog stellt er morgen seinen Gitarrentrainer vor. Dahinter verbirgt sich eine Lernhilfe fürs Gitarrenspiel: visuell und mit verschiedenen Vorspielmodi.

Jede Saite hat eine
Farbe und leuchtet
entsprechend

„Ich habe einen Gitarrentrainer gebaut, der einem anzeigt, wie man spielen und greifen muss“, so Louis. Jede Saite hat ihre eigene Farbe. Die E-Saite ist beispielsweise gelb, A ist rot und D lila/pink. Wenn die jeweilige Saite gespielt werden soll, leuchtet die entsprechende LED auf. Und zwar an der Stelle, wo der Bund für den Gitarrengriff sein muss. „Das ist der Clou fürs richtige Gitarre lernen“, findet Louis. Und: Man kann den Trainer auf anderen Instrumenten auch anwenden – zum Beispiel auf einem Xylophon, Klavier oder auf einer Harfe. Das LED-Band ist flexibel montierbar und dadurch leicht einsetzbar.

Dass der Gitarrentrainer preisverdächtig ist, beweist die Tatsache, dass Louis damit bereits beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ mehrfach dabei war. Mit zwölf Jahren hat er daran schon teilgenommen und seinen Gitarrentrainer, mit dem er 2017 bayernweit den ersten Platz geholt hat, stets modifiziert und weiterentwickelt. Er wurde kleiner sowie in Handhabung und Technik perfektioniert.

Die Erfindungen nehmen im Zimmer in seiner Schreibtisch-Werkstatt ihren Ursprung. Dort ist alles mit Computer-Bauteilen, Kabeln und Co. ausgestattet. Reicht dieses Entwicklerreich nicht mehr aus, dann geht es nach München. Dort, im Labor von Diplom-Ingenieur Rolf-Dieter Klein, hat Louis alles technische Equipment, das er für die Entwicklung seiner Ideen braucht.

Der Gitarrentrainer war gar nicht Louis erste Wahl für „Das Ding des Jahres“. Hierfür hatte er eigentlich seine Radioklingel vorgesehen gehabt. Bei dieser Erfindung kann man Besuchern Klingeltöne zuordnen und es sucht sich ansonsten die stets beste Frequenz, um per Radio zu „läuten“. „Beim Vorstellungsvideo haben die Senderleute dann meinen Gitarrentrainer gesehen und wollten, dass ich lieber diesen in der Sendung vorstelle“, so Louis. Gesagt, getan. Für die Erfindung seines Gitarrentrainers wurde dem 14-Jährigen bereits ein Deutsches Patent (2019) erteilt. Es gebe zwar Konkurrenten in diesem Sektor, doch arbeiten deren Trainer anders und nicht so detailliert im Gitarrenverständnis. Besonders stolz ist der 14-Jährige auf die Fast-Fourier-Transformation seiner Erfindung. Was das ist? Das ist eine Schwingungsanalyse. Diese erkennt den richtigen Ton, das richtige Tempo und die richtige Länge eines Tons. Das erklärte Ziel lautet: Dass man das Lied letztlich im richtigen Tempo beherrscht.

Denn erst dann lässt einen der Trainer – im letzten Level – weitermachen. Für die Umsetzung verwendet der Priener Microcontroller für die Steuerung, einen Midi Synthesizer sowie einen Vorverstärker und „smarte“ LED-Streifen mit hoher Leuchtdiodendichte. Außerdem gibt es eine App (selbst programmiert), über die der jeweilige Abspiel- und Lernmodus ausgewählt werden kann. Eine Note wird dann – ganz in Computermanier – in „0,2,0,8,80,0!“ abgebildet. Diese Beschreibung entspricht nicht nur der Note, sondern auch einer LED-Position in der Programmierwelt. Für andere Instrumente wie eine Gitarre müsse man hier die Noten und Anschläge umschreiben.

Der anschließbare Trainer (mit Akku oder Netzbetrieb) hat einen Eingabe Drehknopf zur manuellen Bedienung mit einer OLED zur Anzeige. Dieses kleine quadratische Kästchen ist mit dem LED-Band verbunden. „Es gibt auch einen Step Modus. Da kann man die Akkorde ein bisschen üben, aber man ist noch nicht so im Zeitdruck, dass man im Takt spielen muss“, beschreibt der 14-Jährige. Aktuell wird an der eigenen Homepage www.gitarrentrainer.de gearbeitet.

Das Tüfteln bereits
im Kindergartenalter begonnen

Louis’ Mutter schildert, dass er schon seit er klein war, Freude am Tüfteln hat. Schon in der Grundschule führte er verschiedene Experimente zur Elektrolyse durch. Einen Decodierer sowie einen Regenmesser gibt es von dem Jugendlichen auch schon. Die Mutter des 14-Jährigen war bei den Aufnahmen im Studium dabei und sehr aufgeregt. „Ich habe Baldrian gebraucht“, gesteht sie, als ihr Sohn vor 500 Zuschauern seinen Gitarrentrainer erklärte und vorführte. Morgen präsentieren ab 20.15 Uhr in der ProSieben-Fernseh-Show zehn Erfinder in fünf Duellen ihre „Dinge“, eines davon ist das sogenannte Jugend-Ding von Louis. Das Studio-Publikum stimmt dann ab: Welche Erfindung gewinnt das Duell und zieht ins Finale ein? – vielleicht ja ein Produkt made in Prien.

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