Im Einklang mit den Bienen imkern

von Redaktion

Verschiedene Referenten bei Frühjahrsversammlung

Kolbermoor – Bei der Frühjahrsversammlung der Imker aus Stadt und Landkreis Rosenheim konnte Angela Sollinger, Vorsitzende des Kreisverbands Imker Rosenheim, im Mareissaal Kolbermoor zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Sie hob das stark gestiegene Interesse an der Imkerei hervor und wies darauf hin, dass in den vergangenen vier Jahren die Mitgliederzahl des Kreisverbands von 600 auf über 1000 gestiegen sei. Die Imker des Landkreises betreuten zehn Lehrbienenstände und könnten durch zahlreiche Fortbildungsangebote die Qualität der einheimischen Imkerei auf einem hohen Niveau halten.

Wichtige Rolle
für Lebensmittel

In Vertretung von Landrat Wolfgang Berthaler begrüßte Dieter Kannengießer die Imker und stellte ein Zitat von Albert Einstein an die Spitze seiner Aussagen: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Er wies darauf hin, dass 80 Prozent der Pflanzen durch Bienen bestäubt würden und dass sich in Bayern ein Drittel der deutschen Bienenvölker befänden. Bienen hätten bei der Produktion von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle. Der Landkreis unterstütze deshalb die Imkerei alljährlich mit finanziellen Mitteln.

Josef Bodmaier (BBV), der selbst ein Bienenvolk betreut, bedauerte, dass das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ teilweise für die Landwirtschaft Einschränkungen gebracht habe. Immerhin sei jetzt der Anstoß zu einem Umdenken erfolgt. Kommunen, Landkreis und Landwirtschaft müssten neue Wege suchen, gemeinsam vorgehen und mehr Blühflächen schaffen.

Im fachlichen Teil der Veranstaltung wies Dr. Michael Helbing, Leiter des Staatlichen Veterinäramts Rosenheim, darauf hin, dass bei Verbringung von Bienenvölkern in Gebiete außerhalb des Landkreises ein Bienenzeugnis benötigt werde, um ein Übertragen von Bienenkrankheiten zu vermeiden.

Anton Eirainer, Leiter der Bienenbelegstelle Wendelstein, hob hervor, dass die Bienenzucht eine wesentliche Aufgabe der Imkerei sei. Auf der Belegstelle fänden sich sorgsam ausgewählte Drohnenvölker, die zur Begattung der angelieferten Königinnen eingesetzt würden.

Als Gastreferent führte Günter Friedmann, einer der Pioniere der Ökoimkerei, in bienengemäße Imkerei ein und stellte die heutige Imkerei der Imkerei von morgen gegenüber. Er widersprach der These, dass es den Bienen weltweit schlecht gehe: in Südamerika und Afrika lebten weitgehend varroaresistente Bienen, in Europa hingegen gehe es den Bienen schlecht.

Mahd führt zu Insektenverlusten

Grund hierfür sei nicht nur die Varroamilbe, sondern das Zusammentreffen von moderner Imkerei und einer intensiven Landwirtschaft, die den Bienen nicht mehr ein durchgängiges Blütentrachtband biete. Darüber hinaus führe die mittägliche schnelle Mahd zu starken Insektenverlusten.

Er rief die Imker dazu auf, ihre Arbeitsweise zu überdenken. Es gelte Stress bei den Bienen zu vermeiden, Behandlungen schonend durchzuführen, der Biene den Bau von Naturwaben zu ermöglichen und den Schwarmtrieb der Bienen nicht zu unterbinden, sondern imkerlich zu nutzen.

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