Traunstein – Verkehrte Welt in Traunstein: Da will ein vermögender Bürger, der offenbar schwer krank ist, der Stadt eine Spende in Höhe von mehreren Millionen Euro zukommen lassen und der Stadtrat kann sich erst einmal nicht entschließen, die Spende anzunehmen. Stattdessen hat Oberbürgermeister Christian Kegel, SPD, die Entscheidung vertagt – und zwar bis zur nächsten Zusammenkunft nach der Wahl.
In der nichtöffentlichen Sitzung hatte es der Stadtrat mehrheitlich abgelehnt, „die notarielle Urkunde hinsichtlich der Überlassung des Privatvermögens durch einen Traunsteiner Bürger anzuerkennen“, wie Kegel bestätigt.
In seiner Stellungnahme äußert sich Kegel zu den möglichen Gründen für das Verhalten der Mehrheit des Stadtrats: „Dass die Kommunalwahl unmittelbar bevorsteht, hat damit ganz offensichtlich zu tun. Hier scheint der Zeitpunkt für die Annahme für bestimmte Kollegen weniger gelungen zu sein.“
Ganz anders stellt den Vorgang der CSU-Fraktionsvorsitzende Christian Hümmer dar: Die Stadtratssitzung sei vom Oberbürgermeister nicht sauber vorbereitet worden. „Transparenz und Einbindung: Fehlanzeige!“
Auf Wunsch des Spenders soll mit dem Geld das Heimathaus erweitert, der Karl-Theodor-Platz als freie Fläche erhalten und auf dem Gelände des Festplatzes ein Parkhaus errichtet werden. mt