Trotz Coronavirus: Starkbierfest findet statt

von Redaktion

Stadt und Veranstalter reagieren auf Einschätzung des Gesundheitsamtes – Eder sagt Ausstellung ab, Arbeitsagentur ihre Jobmesse

Rosenheim – Absagen oder ausschenken – diese Frage hat gestern Behörden und Politik in Rosenheim beschäftigt. Während Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, im Kreistag aufgrund des Coronavirus die Absage des Rosenheimer Starkbierfestes empfahl, trafen die Stadt Rosenheim und der Veranstalter Auerbräu am Nachmittag die Entscheidung: das Starkbierfest, das am Freitag in der Inntalhalle eröffnet werden soll, findet statt.

Man habe in den vergangenen Tagen angesichts des grassierenden Coronavirus‘ intensiv darüber diskutiert und sich letztlich entschieden, das Starkbierfest zu veranstalten, teilten die Auerbräu-Geschäftsführer Dirk Steinebach und Thomas Frank sowie Festwirt Andreas Schmidt auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz mit. „Wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht“, sagen die Vertreter der Auerbräu. „Der Gesundheitsschutz unserer Gäste und unserer Mitarbeiter steht immer im Vordergrund.“ Daher wollen die Veranstalter die Entwicklung rund um den Virus weiter im Auge behalten.

Doch sie schätzten die Gefährdungslage der Bevölkerung derzeit letztlich ähnlich ein wie die Stadt Rosenheim, die zuvor per Pressemitteilung mitgeteilt hatte, „keine hinreichenden Gründe“ für eine Absage des Starkbierfestes zu sehen.

Debatte im
Kreistag

Stadt und Veranstalter reagierten damit auf die Diskussion in der Sitzung des Rosenheimer Kreistags am Mittwochmorgen. Dort hatten die Kreistagsmitglieder über die Risikoeinschätzung durch das Gesundheitsamt debattiert, das die Veranstaltung als risikobehaftet bewertet hatte. Stellvertretender Landrat Josef Huber (CSU) sagte: „Wir tragen die Absage-Empfehlung für das Starkbierfest voll mit.“

Abgesagt worden ist dagegen aufgrund des Coronavirus die Josefiausstellung des Landmaschinenunternehmens Eder in Tuntenhausen. Mehr als 30 Aussteller, die am Sonntag, 22. März, zur traditionellen Messe gekommen wären, wurden gestern informiert. „Wir werden bis auf Weiteres auf größere Veranstaltungen und Hausausstellungen verzichten“, informiert Geschäftsführer Gregor Ries.

Die Entscheidung wurde in der Eder GmbH nach Angaben des Unternehmens verantwortungsbewusst abgewogen. „Wir sehen derzeit keinen Anlass dafür, in Panik zu verfallen, dennoch sollten wir mit der derzeitigen Lage professionell, achtsam und mit Augenmerk umgehen und dem Schutz unserer Kunden und Mitarbeiter bestmöglich gerecht werden“, betont Ries.

Nachholtermin
im Herbst

Die „Unsicherheiten, die aufgrund des Coronavirus aktuell in unserer Region bestehen“, führt auch die Agentur für Arbeit Rosenheim als Grund für die Absage der Ausbildungs- und Jobmesse, die eigentlich am 21. März hätte stattfinden sollen, an. Ein Nachholtermin ist nach Angaben der Arbeitsagentur für den Herbst geplant. tt/ki/ka

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