Veranstaltungen auf dem Prüfstand

von Redaktion

Corona: Eishockey ohne Publikum? – Starkbierfeste Rosenheim und Raubling abgesagt

Rosenheim – Noch am Freitag fand der Auftakt des Starkbierfests in Rosenheim statt. Nun steht fest: Das Rosenheimer Starkbierfest wird nicht mehr fortgesetzt. Sowohl die Stadt als auch das Gesundheitsamt empfahlen die Absage. Auch das Raublinger Starkbierfest, das am kommenden Freitag losgehen sollte und seit Wochen vorbereitet wird, findet nicht statt.

Wirtschaftliche Verluste

Für die Veranstalter bedeutet die Absage, die nach Angaben der Behörden nicht verpflichtend war, einen immensen wirtschaftlichen Verlust. Manfred und Sebastian Kirner, Veranstalter des Raublinger Starkbierfests, schätzen, dass ihr Schaden zwischen 50000 und 70000 Euro liegt.

Zu 95 Prozent sei das Festzelt aufgebaut, seit drei Wochen werde daran gearbeitet. Nach Auskunft von Sebastian Kirner seien knapp 80 Mitarbeiter von der Absage betroffen. Fest angestellte Mitarbeiter würden an anderer Stelle eingesetzt. Keine Beschäftigung und auch keine Entlohnung gebe es nun für eigens für das Fest engagierte Personal, so Kirner. Die Mitarbeiter hätten aber besonnen und mit Verständnis für die Situation reagiert. Da die Veranstalter das Essen von größtenteils regionalen Produzenten beziehen und diese die Lage verfolgt hätten, konnten „immerhin die Bestellungen rechtzeitig abgesagt werden“, sagt Kirner.

Das Rosenheimer Starkbierfest hätte ursprünglich noch bis 22. März stattfinden sollen. Gemeinsam mit Wirt Andreas Schmidt hat Auerbräu das Ende des Rosenheimer Starkbierfests beschlossen, teilte Michael Hinterseer, Sprecher von Auerbräu, mit. Die geplanten Veranstaltungen finden nicht mehr statt. „Der wirtschaftliche Schaden ist so kurzfristig schwierig zu betiteln“, sagte Hinterseer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. In einer Pressemitteilung begrüßte die Stadt Rosenheim die Entscheidung.

Auch die Starbulls sind in Habachtstellung angesichts der möglichen Absage von Spielen – zumal die Play-offs starten. Am Freitag spielt der Verein auswärts gegen die Hannover Indians, das Rückspiel findet am Sonntag in Rosenheim statt. Nach Auskunft von Marcus Thaller, Vorsitzender der Starbulls, gebe es bisher keine behördliche Anordnung für eine Absage oder einen Ausschluss der Zuschauer. Daher gehen die Starbulls davon aus, dass das Heimspiel unter den üblichen Bedingungen stattfindet. Ein Geisterspiel und somit ein Verlust der Einnahmen wäre für die Starbulls ein immenses finanzielles Problem, so Thaller.

Weshalb es seitens der Politik nur vage Empfehlungen, aber keine zentralen Absagen gibt, dazu hat sich gestern beim Besuch der OVB-Heimatzeitungen der bayerische Ministerpräsident Markus Söder geäußert. „Alle Empfehlungen gehen vom Robert-Koch-Institut in Berlin aus. Das ist die zentrale Kompetenzstelle in Deutschland“, sagte der Ministerpräsident.

Markus Söder

bezieht Stellung

„Unser Krisenstab folgt den Empfehlungen. Es gibt daher keinen Anlass zu Entwarnung oder zur Verharmlosung. Bayern setzt eins zu eins um, was der Bund beschließt“, sagte Söder gegenüber unserer Zeitung.. „Jeder sollte sich dazu individuell überlegen, welche Veranstaltung er tatsächlich besuchen will. Und es ist in der aktuellen Situation auch kein Beinbruch, wenn ein Fest mal verschoben wird.“

Nach Angaben von Ina Krug, Sprecherin des Landratsamts, ist auch das Landratsamt selbst von Absagen betroffen. So wurde das für kommenden Mittwoch geplante vierte Gesundheitsforum im Landratsamt vorerst gestrichen und soll im Sommer nachgeholt werden.

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