„Nicht der Apfel hat Schneewittchen vergiftet, sondern ihr blindes Vertrauen in die Menschen.“ An diesem Spruch ist schon etwas dran. Und doch bleibt Vertrauen etwas sehr wertvolles in unserem Leben. Kinder haben ein „Urvertrauen“, vorausgesetzt dass ihre Bedürfnisse nach Zuwendung und Geborgenheit gestillt werden.
Im Laufe unserer Entwicklung müssen wir dann lernen zu unterscheiden. Das bleibt eine lebenslange Aufgabe, bei der wir auch die eine oder andere Bruchlandung erleben. Im Märchen bekommt das Schneewittchen noch einmal eine zweite Chance, Vertrauen zu lernen. Die Liebe befreit sie vom Gift. Wirklich und blind vertrauen können! Wie viel Kraft wird dadurch frei, aber uns bremsen unsere Erfahrungen.
Dem Theologen Henry Nouwen geht die Bedeutung von echtem Vertrauen erst in einer Begegnung mit den Trapezkünstlern im Zirkus auf: In der Truppe der „Flying Rodleighs“ gibt es Springer und einen Fänger. Der Springer erklärt, dass er gar nicht der Star am Trapez ist, sondern allein der Fänger. Der Springer darf gar nichts anderes tun, als sein Arme und Hände auszustrecken und zu springen. „Ein Springer muss fliegen und ein Fänger muss fangen und der Springer muss mit ausgestreckten Armen darauf vertrauen, dass der Fänger für ihn da sein wird.“
Mit diesem vollkommenem Vertrauen können wir nur Gott entgegengehen. Am Ziel unserer Lebens wird das einmal unsere große Aufgabe sein. Wir können nie tiefer fallen, als hinein in Gottes Hand. Das Vertrauen in andere Menschen bleibt dabei kostbares Geschenk und lässt uns das erahnen.