Traunstein – Es besteht Gewissheit: Manuela K. aus Bergen ist tot. Sie wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Das bestätigten Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gestern bei einer Pressekonferenz in Traunstein. Dringend tatverdächtig ist ein 60-jähriger Mann aus Traunstein, er sitzt in Untersuchungshaft.
Die Polizei griff ihn am 7. März in Freilassing auf. Er leistete dabei keinen Widerstand. Zunächst leugnete der Verdächtige, mit der Tat etwas zu tun zu haben, am Sonntag jedoch zeigte er den Beamten das Versteck der Leiche. Die Obduktion ergab, dass Manuela K. mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen worden ist. Der tatverdächtige Traunsteiner ist seit 1974 immer wieder straffällig geworden, vor allem mit Eigentumsdelikten.
Der Fall Manuela K. sorgte für großes Aufsehen: Seit dem 9. Januar 2020 – an dem Tag hatte sie noch mit einer Bekannten telefoniert – gab es von der 59-jährigen Manuela K. aus Bergen kein Lebenszeichen mehr. Da das alles andere als typisch für die Frau war, wurde sie am 19. Januar von der Bekannten als vermisst gemeldet. Manuela K. galt als sehr zuverlässig. Die Polizei begann mit ihren Nachforschungen und stieß schnell auf einige Ungereimtheiten. So war etwa der Mülleimer in der Küche der Wohnung halbvoll. Bekannte waren sich sicher, dass Manuela K. niemals Müll in der Wohnung zurückgelassen hätte, wenn sie die Absicht gehabt hätte, länger weg zu bleiben.
Doch noch gab es wenig Anlass, von einem Verbrechen auszugehen. „Vielleicht wollte Frau K. eine Auszeit nehmen oder vielleicht war sie einfach verliebt“, schildert Kriminaldirektor Hans-Peter Butz die Gedankengänge der ermittelnden Beamten.
In der Wohnung gab es allerdings noch weitere Auffälligkeiten: Im Tresor fehlte ein größerer Geldbetrag, eine Matratze war verschwunden und von dem Auto des Opfers, einem weinroten Opel Insignia, fehlte jede Spur. „Am 29. Januar übernahm deshalb die Kriminalinspektion Traunstein und die Staatsanwaltschaft Traunstein in enger Zusammenarbeit mit den österreichischen Polizeibehörden der Landeskriminalämter Linz und Salzburg die Ermittlungen“, teilte die Polizei mit. Oberstaatsanwalt Volker Ziegler lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden. Am 30. Januar erhielten die Ermittler einen Hinweis zu dem Fahrzeug. Der Wagen wurde schließlich im Norden von Traunstein gefunden.
Nach dem Fund des Autos führte die Polizei Suchmaßnahmen in Bergen, Grabenstätt im Bereich des Tüttensees und in Heidhorst durch, allerdings ohne Ergebnis. Da im Wagen Blutspuren gefunden wurden, konnten die Ermittler ein tödliches Verbrechen nicht mehr ausschließen. Deshalb wurde am 3. Februar die Sonderkommission „Manuela“ unter Leitung von Kriminaldirektor Hans-Peter Butz eingerichtet.
„In dieser Sonderkommission haben wir viele Puzzleteile zusammengetragen. In der Wohnung von Frau K. haben wir mehrfach Spurensicherungsmaßnahmen durchgeführt“, erklärte Soko-Leiter Butz. Die Ergebnisse führten schließlich zum dringenden Tatverdacht gegen einen 60-jährigen Deutschen mit Wohnort in Oberösterreich.