Rosenheim – Für Aufsehen sorgte gestern die Polizeipräsenz auf dem Max-Josef-Platz in Rosenheim: Uniformierte Beamte kontrollierten zur Mittagszeit die Einhaltung der von der Bayerischen Staatsregierung erlassenen Allgemeinverfügung.
Im Visier: die Gastronomie und ihre Außenbereiche. Denn in den Mittagsstunden waren in manch einer Gaststätte die Tische voll besetzt – und entsprechend saßen die Gäste Schulter an Schulter. Viel zu dicht und deshalb ein Gesundheitsrisiko, wenn es nach den Vorgaben der Staatsregierung geht. Das sah auch ein besorgter Bürger so – und verständigte die Polizei.
Denn in der am Montag erlassenen Verfügung heißt es: mindestens eineinhalb Meter Abstand zwischen den Gästen, innerhalb eines Lokals gar begrenzt auf maximal 30 Personen. In der Praxis heißt das für die Gastronomen: weniger Tische – oder nur jeden zweiten spärlichst besetzen.
Die Gastronomen vor Ort zeigten sich verständig, auch die Gäste kamen umgehend der Aufforderung der Beamten nach, für Auflockerung zu sorgen und einen Tisch Puffer zu lassen. Dennoch will Gastronom Manfred Kirner, der das Gasthaus „Stockhammer“ betreibt, nun reagieren: Er will von heute, Donnerstag, an sein Gasthaus schließen. „Es lohnt sich einfach nicht, wenn man sowieso um 15 Uhr zusperren muss, dann auch nur jeden zweiten Tisch besetzen zu dürfen, da lasse ich besser gleich zu“, meint der Gastronom mit resigniertem Blick.
Und Kirner geht einen Schritt weiter: Er kündigte für Donnerstag an, Kurzarbeit anmelden zu wollen. Denn: Der wirtschaftliche Schaden für ihn, der als Festzeltbetreiber zuletzt auch die Absage des Starkbierfestes in Raubling hatte verkraften müssen, sei durch die Corona-Krise bereits immens. Für ihn kommt es noch schlimmer: Seine Versicherung habe ihm bereits beschieden, für den Krisenfall nicht eintreten zu wollen – „die übernehmen gar nichts“, ist Kirner verzweifelt. Wie er den Schaden nun stemmen will: alles noch offen.
Die Polizei will im Übrigen ab heute, Donnerstag, die Kontrollen ausdehnen und verschärfen. Dazu wird das Rosenheimer Polizeipräsidium Oberbayern-Süd durch Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützt. Das bestätigte Polizeisprecher Alexander Huber auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Zur genauen Anzahl der Kräfte wollte sich das Präsidium nicht äußern. Nur so viel: „Wir bekommen Unterstützung. Schwerpunkt wird die Einhaltung der Allgemeinverfügung sein, sowohl im Bereich Gastronomie als auch im Freizeitbereich.“