Rosenheim – „Als ich’s entdeckt hab, hab ich’s sofort gelöscht und mich entschuldigt“: So antwortete der Rosenheimer AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart auf Nachfragen der OVB-Heimatzeitungen, wie es zu dem Tweet über Bundeskanzlerin Merkels Corona-Quarantäne gekommen war. Auf Andreas Winharts Twitter-Account war unter den Stichworten „Merkel“ und „Quarantäne“ zu lesen gewesen: „Gut, hinter Gitter wäre besser, aber is ja schon mal ein Anfang.“
Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) bezeichnete die Äußerungen als „völlig inakzeptabel“. Winhart solle sich öffentlich entschuldigen. Der Tweet wurde auch über Facebook weit verbreitet, die Reaktionen waren erbost. „Bitte überprüfen Sie jetzt endlich ernsthaft Ihre psychischen und charakterlichen Fähigkeiten für ein politisches Amt“ schrieb ein Leser und sprach damit für viele.
Statt des skandalösen Tweets war bald der Hinweis zu lesen: „Wer hier einen bestimmten Post sucht, findet ihn nicht mehr, da er nicht meiner Meinung entspricht.“ Winhart ruderte noch weiter zurück. Sein Twitter-Konto habe zu „einigen Irritationen“ geführt. Er wolle sich für die „Vorkommnisse“ entschuldigen. Richtig erklären kann oder will Winhart den Tweet aber nicht. Er sei nicht der Urheber gewesen, auf die Frage des OVB, wer denn dann in Frage kommen solle, antwortete er: „Gute Frage, dem werden wir nachgehen.“
Warum nur kam vorher niemand auf die Erklärung mit dem Unbekannten? Weil Winhart schon öfter in der gleichen Richtung entgleist war. Der AfD-Politiker hatte auch mal empfohlen, Retter von Flüchtlingen in Seenot „im Mittelmeer zu versenken“. Zitate aus Ansprachen mit Tweets zu vergleichen, das sei, so ließ er das OVB wissen, sei wie „Äpfel mit Birnen zu vergleichen“.
Andreas Winhart ist weiterhin auf Twitter unterwegs. Unter anderem steht dort: Wer wegen seiner Aussagen „keinen Funken Einsicht zeigt“. solle „zu Hause bleiben“. In Quarantäne wünscht Winhart damit nicht sich oder den unbekannten Zwitscherer aus seinem Büro, sondern den aus der AfD gefeuerten Wolfgang Gedeon. Michael Weiser