Rosenheim – Das heranwachsende Kind in seinem Leben begleiten, ihm beistehen und für es da sein: Das ist der Sinn eines Firmpaten. Diese „Stütze“ wird beim Firmritual dadurch ausgedrückt, dass der Pate im Augenblick der Firmspendung seinem Firmling die Hand auf die Schulter legt. Auch wenn das Sakrament der Firmspendung derzeit aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt ist, haben sich rund 2000 Firmlinge in den Pfarreien in der Stadt und im Landkreis Rosenheim bereits zur Firmung angemeldet. Lange Zeit beschränkte sich die Aufgabe der Firmpaten meist auf materielle Zuwendungen. Doch mittlerweile besinnen sich wieder mehr auf den eigentlichen Sinn diese „Amtes“, wie Alfred Hilscher, Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), Kreisverband Rosenheim, feststellt. Dazu gehöre auch, bei der Berufssuche mitzuhelfen. Die KAB führt nun zum neunten Mal das „Firmpatenprojekt“ durch und verteilte rund 2000 Faltblätter zum Thema. Die Firmlinge mit ihren 13 und 14 Jahren sind genau in dem Alter, in dem man beginnen muss, sich mit der Berufsfindung auseinanderzusetzen. Es bricht für die jungen Menschen eine Welt zusammen, wenn sie, trotz der für die Jugend positiven demografischen Entwicklung, nach Beendigung der Schulzeit keine Lehrstelle finden. In einer solchen Situation ohne Perspektive kann der Firmpate etwas für seinen Firmling tun. Die KAB hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich das Ohr des Firmpaten für die Belange seines Patenkindes in Schule, Ausbildung und Arbeit öffnet und so sein Firmpatenamt im Blick auf die Integration in die Arbeitswelt eine positive Aufwertung bekommt. Es soll ein Miteinander von Firmling und Paten auch nach dem Tag der Firmspendung geben und dieser Tag nicht der letzte Kirchenbesuch für längere Zeit sein. Die Idee zu diesem Projekt hatte Hilscher, dem es auffiel, dass der Übergang von der Schule ins Berufsleben bei immer mehr Jugendlichen Probleme mit sich bringt. „Einige scheitern daran nur, weil eine helfende Hand fehlt.“