Um die Ersparnisse gebracht

von Redaktion

81-jährige Seniorin aus Bad Aibling warnt vor fieser Betrugsmasche

Bad Aibling – Der Trick ist nicht neu, aber er funktioniert immer wieder. Betrüger geben sich am Telefon als Familienmitglieder in einer Notlage aus und bringen Senioren um ihre Ersparnisse. Einer 81-Jährigen aus Bad Aibling ist genau das passiert. Jetzt möchte sie andere vor einem ähnlichen Fehler warnen. Als Markus Weltz den Anruf von seiner Großmutter bekam, war es schon zu spät. Sie hatte einem Fremden gerade 10000 Euro in bar übergeben. Weil sie dachte, das Geld sei für den Mann ihrer Enkelin. In Wirklichkeit ist sie Opfer von Betrügern geworden.

Die 81-Jährige aus Bad Aibling schämt sich, dass sie auf den Enkeltrick hereingefallen ist. Deshalb möchte sie nicht, dass ihr Name in der Zeitung steht. Aber sie möchte unbedingt andere Senioren warnen. Deshalb erzählt ihr Enkel Markus Weltz, was ihr passiert ist.

Die 81-Jährige hatte vor einigen Tagen einen Anruf von einem Mann bekommen. Er gab sich als der Mann ihrer Enkelin aus und sagte, er habe einen Autounfall gehabt und brauche dringend Geld für die Reparatur des Wagens.

Es folgten ein zweiter und ein dritter Anruf. Erst von einem angeblichen Werkstattleiter, der die Geschichte bestätigte. Dann von einem Rechtsanwalt, der Druck machte und ihr berichtete, ihr Schwieger-Enkelsohn sei völlig aufgelöst. „Sie hatte immer wieder Zweifel, ob die Geschichte stimmt“, erzählt Markus Weltz. Aber die Betrüger seien raffiniert vorgegangen, erzählt er. „Das waren Profis.“

Fünf Stunden lang kamen immer wieder Anrufe, bestimmt 20 waren es insgesamt. Schließlich ging die 81-Jährige zur Bank und hob 10000 Euro von ihrem Konto ab.

Auch ihr Bankberater wurde misstrauisch. Doch sie betonte mehrmals, dass sie das Geld für ihre Familie brauche. „Als sie die 10000 Euro zu Hause hatte, kam ein Bote, der kaum Deutsch konnte“, erzählt Weltz weiter. Er gab der 81-Jährigen ein Handy, dran war wieder der angebliche Rechtsanwalt. „Meine Oma war die ganze Zeit misstrauisch“, erzählt Weltz. Sie verlangte einen Ausweis, den hatte der Mann nicht.

Dann versuchte sie, ihre Enkel anzurufen, erreichte aber niemanden. Schließlich übergab sie dem Fremden das Geld, weil sie ihren Schwieger-Enkelsohn nicht im Stich lassen wollte. Als sie Markus Weltz kurze Zeit später erreichte, war der Mann längst verschwunden. „Ich hatte schon als er ging das Gefühl, dass ich grade einen Riesenfehler gemacht habe“, sagte sie zu ihm.

Anzeige bei der Polizei erstattet

Ihre Angehörigen versuchten, sie zu trösten und zu beruhigen. „Meiner Oma war es so peinlich, dass sie auf die Betrüger hereingefallen ist, dass sie nicht mal zur Polizei gehen wollte“, erzählt Markus Weltz. Natürlich erstatteten sie Anzeige. Doch die Chancen, ihre Ersparnisse zurückzubekommen, sind sehr gering. Vermutlich handelt es sich bei den Betrügern um eine deutsch-türkische Bande.

Die 81-Jährige schämt sich nicht nur für ihren Fehler, sondern macht sich auch Sorgen um ihre Zukunft. Denn die 10000 Euro waren ihre Ersparnisse. Ihre Familie hofft nun, dass ihre Geschichte nicht nur andere vor einem ähnlichen Fehler bewahrt. Sondern auch darauf, dass die 81-Jährige finanziell ein wenig Unterstützung bekommt. Katrin Woitsch

Artikel 1 von 11