Rosenheim – Während Innenstädte wie leergefegt sind, herrscht im Supermarkt reger Betrieb. Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler komplett auf den Kopf gestellt. Auch der tägliche Einkauf hat sich verändert. Um die Ansteckungsgefahr mit dem Virus so gering wie möglich zu halten, hat der Lebensmittelhandel zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Markierungen und Hinweisschilder erinnern die Kunden daran, mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander zu halten. Kassierer sitzen hinter Plexiglasscheiben. Und immer mehr Securitys werden in Supermärkten gesichtet.
„Bitte Abstand halten“, sagt der dunkel gekleidete Mann im Eingangsbereich der Lidl-Filiale in der Chiemseestraße in Rosenheim. Jeden Kunden, der durch die Tür des Discounters spaziert, fordert er einzeln auf. „Aktuell unterstützen uns in allen Filialen Kundenbetreuer, die für einen geordneten Ablauf und ungestörten Einkauf sorgen sollen“, erklärt eine Pressesprecherin des Discounters auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.
Zu einzelnen Regionen will das Unternehmen keine Angaben machen. Jedoch teilte die Lidl-Sprecherin mit, dass aktuell bundesweit jede der rund 3200 Lidl-Filialen von diesen sogenannten Kundenbetreuern unterstützt wird. Wegen der exponentiell steigenden Verbreitungsquote des Coronavirus sind seit 18. März die Geschäfte geschlossen. Bars, Kinos, Museen und Theater ebenso. Das öffentliche Leben steht still. Nur Läden, die der Grundversorgung der Bevölkerung dienen, dürfen noch Kunden bedienen. Allen voran die Supermärkte und Discounter.
„Wir setzen derzeit Securitys in allen unseren Filialen ein“, sagt Petra Prechtl-Mareth, Geschäftsführerin der Frischemärkte Prechtl. Vier Filialen betreiben Prechtls in Raubling, Brannenburg, Bad Aibling und Bad Feilnbach. „Wir haben eine sehr hohe Kundenfrequenz, dadurch stehen viele Menschen oft sehr eng in den Märkten beieinander.“ Sicherheitsprobleme oder Tumulte unter den Kunden habe es bislang noch nicht gegeben. Der Sicherheitsmann am Eingang der Prechtl-Filialen sei eine reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Kunden. „Sie sollen darauf achten, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig in den Märkten sind“, so Prechtl-Mareth. Aufgrund der Ausgangsbeschränkung wird der Gang zu Edeka, Lidl, Rewe und Co. für viele zum Höhepunkt des Tages, an dem man endlich einen triftigen Grund hat, das Haus zu verlassen. Doch wenn am Wochenende – wie es vor Corona auch üblich war – ein Großteil der Leute gleichzeitig zum Einkaufen geht, steigt in den Lebensmittelfilialen die Ansteckungsgefahr.
Geschäftsführerin appelliert an Kunden
„Vor allem am Wochenende ist sehr viel los bei uns“, sagt Petra Prechtl-Mareth. Daher haben samstags auch mal Kunden warten müssen, bis andere herauskamen, um ihren Einkauf zu erledigen. Die Geschäftsführerin appelliert deshalb an alle Kunden, nicht in Gruppen zum Einkaufen zu gehen. „Alleinerziehende mit kleinen Kindern zum Beispiel haben ja keine andere Möglichkeit, als diese mitzunehmen. Wer kann, sollte aber bitte alleine zum Einkaufen gehen“, sagt sie. Wem es möglich sei, sollte seinen Einkauf unter der Woche tätigen. „Da ist momentan nicht so viel los.“
Auch in der Filiale des Discounters Aldi im Aicherpark Rosenheim wurde am Samstag ein Sicherheitsmann gesichtet. Unter der Woche stand er allerdings nicht mehr dort. Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt Aldi Süd, dass es in einzelnen Filialen bei sehr hohem Kundenaufkommen zu Einlasskontrollen und -beschränkungen kommen kann. Vor allem dann, wenn so viele Menschen gleichzeitig im Laden seien, dass der von der Bundesregierung geforderte Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Kunden oder den Mitarbeitern nicht mehr eingehalten würde. „Um unsere Kollegen in der Filiale bei der Einhaltung der Vorgaben zu unterstützen, kann vereinzelt auch Sicherheitspersonal zum Einsatz kommen“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit.