An der Via Appia, einer alten Straße, die aus Rom hinausführt, steht eine Kirche, die den Namen „Domine, quo vadis“ trägt. Der Legende nach ist der Apostel Petrus, als er unter Kaiser Nero aus Rom fliehen wollte, an dieser Stelle Christus begegnet.
Nicht dem auferstandenen und strahlenden Christus, sondern dem leidenden und Kreuz tragenden Jesus. „Domine, quo vadis; Herr, wohin gehst du?“, soll Petrus gefragt haben und Jesus gab zur Antwort: „Ich gehe, um mich für dich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen!“
Bereit sein zum Kreuztragen fällt schwer, nicht nur dem Petrus. Die kommenden Kartage nehmen das Kreuz wieder in den Blick. Karfreitag ist die Erinnerung an das Sterben von Jesus am Kreuz, aber auch der Tag der Solidarität mit den Leidenden und Sterbenden dieser Welt. Es ist keine Kultur eines freiwilligen Leidens, sondern eine Anerkennung der Realität, dass unsere Welt eben nicht nur aus Spaß besteht.
In der Kirche „Domine quo vadis“ befinden sich am Boden übrigens die Fußabdrücke des Petrus. Diese haben sich dort eingebrannt, als er auf dem Absatz nach Rom umkehrte, um nunmehr vor seinem Kreuz nicht mehr davonzulaufen.
Man mag dieser bildhaften Legende Glauben schenken oder auch nicht. Es gibt in unserem Leben ohnehin keinen Weg am Leid vorbei. Karfreitag heißt aber auch, dass wir an einen Gott glauben, der an unserer Seite mit uns durch das Dunkel geht. Dann erst wird das Kreuz zum Pluszeichen. Nach jedem Karfreitag kommt Ostern, auch und gerade in diesem Jahr.