Eintrittsverbot für TH-Gebäude

von Redaktion

Massive Statikprobleme – Hochschule dementiert Einsturzgefahr

Rosenheim – Das Gebäude B auf dem Campus der Technischen (TH) Hochschule Rosenheim ist geprägt von viel Glas und einem Flachdach. Fertiggestellt im Jahr 1990, gilt es schon seit einiger Zeit als Sanierungsfall. Doch jetzt ist plötzlich von Einsturzgefahr und schneller Räumung die Rede. Die TH dementiert.

Es sind gut unterrichtete Quellen, die berichten, dass der sogenannte Bau B bereits mehrfach von Experten des Hochbauamtes untersucht worden war. Die Statik habe immer wieder Anlass zur Sorge gegeben. In der vergangenen Woche dann sei alles sehr schnell gegangen: Das Amt habe sich an die Technische Hochschule gewandt und die sofortige Räumung angeordnet. Mit der Begründung, es hätten sich Risse gebildet, die Statik sei massiv gefährdet. In der Folge habe es eine Krisensitzung gegeben an der neben dem Hochschulpräsidenten Heinz Köster auch einige Abteilungsleiter teilgenommen haben sollen.

Am Donnerstag vergangener Woche dann sei die Räumung des Gebäudes erfolgt. Mitarbeiter von Teilen der Hochschulverwaltung zogen aus, Seminarräume und Labore der Fakultät für Informatik wurden leer geräumt.

Betreten
verboten

Ein Schild an der Eingangstür weist mit Datum 23. April auf ein „Betretungsverbot“ hin. Dabei handelt es, so berichten gut informierte Quellen, um eine Anordnung des Staatlichen Hochbauamtes. Ihr sei die Ankündigung der Räumung vorausgegangen. Doris Lackerbauer, die Leiterin des staatlichen Hochbauamtes Rosenheim, wird in einer Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Das Staatliche Bauamt Rosenheim führt derzeit im Bauteil B am Campus der TH Rosenheim eine vorbeugende Instandhaltungsmaßnahme durch. Das dabei erstellte prüfstatische Gutachten hat ergeben, dass das Bauteil während der Fortführung der Instandhaltungsmaßnahmen nicht länger genutzt werden kann.“ Heißt: Die Arbeiten zur Instandhaltung haben begonnen und dann wurde festgestellt, dass es besser ist, das Gebäude nicht mehr zu nutzen.

Die Technische Hochschule Rosenheim dementiert eine etwaige Räumung. Die Arbeiter seien mit „vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen am Dachaufbau“ befasst, teilt Pressesprecher Anton Maier mit. Diese seien „schon länger geplant“ und in Absprache mit dem Hochbauamt „kurzfristig vorgezogen“ worden. Entscheidend dafür sei gewesen, dass aufgrund der Corona-Krise nur sehr wenige Mitarbeiter in der Hochschule anwesend seien. Die Nachfrage, ob zu einem früheren Zeitpunkt Einsturzgefahr bestanden habe, ließ der Sprecher am späten Donnerstagnachmittag offen.

Dach und Dämmung
„feucht und marode“

Der Präsident der Technischen Hochschule, Heinz Köster, sagte zur Situation auf dem Campus: Ursprünglich habe man geplant, das Dach im Herbst zu sanieren. Das Flachdach und die darauf liegende Folie samt Steinen und Dämmung seien „feucht und marode“ geworden. Dies sei aber bekannt gewesen. Dass nun schon jetzt die Arbeiter auf dem Dach tätig sind, begründet der TH-Präsident ebenfalls mit der Corona-Krise. Da die Studenten zumeist online studieren und auch der überwiegende Teil des Personals im Homeoffice arbeite, habe man sich entschieden, bereits jetzt mit der Sanierung zu beginnen.

Auch der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner (CSU), der sich als Sprecher des Hochschulkuratoriums engagiert, erklärt, die Handwerkerleistungen seien Routine und lange geplant gewesen. Dass es mit dem Gebäude Problem gibt, war intern wohl längst bekannt: „Die Statik war bei diesem Gebäude schon immer ein Thema“, sagt Stöttner. Man habe auch diskutiert, ob ein Neubau oder eine Sanierung die bessere Lösung wäre.

Wie das Staatliche Hochbauamt mitteilt, wird gerade das Gründach abgetragen. Außerdem wird eine „weitere, notwendige, statische Unterstützung durchgeführt“. Auch das sicherlich ein Hinweis darauf, dass die Statik von Gebäude B nicht mehr funktioniert. In den kommenden Wochen soll das Dach komplett saniert werden, meldet das Amt.

Artikel 5 von 11