Keine Masken: Ministerium droht Klage

von Redaktion

Eine Maskenpflicht für alle Schüler fordert eine Initiative aus Prutting – und droht mit einer Klage. Aufhänger: Der Unterricht an der FOS/BOS Rosenheim. Dort tragen nicht alle Schüler eine Maske – was laut Schulleiter auch gar nicht erforderlich ist.

Rosenheim – Dicht an dicht im Schulhaus, Unterricht teils ohne Mund-Nasen-Schutz – so sollen nach Informationen des Vereins „Engagierte Schüler-Eltern-Bürger“ (ESEB) die Zustände an der FOS/BOS in Rosenheim sein. Und das in den ersten Schultagen nach Ende der coronabedingten Schulpause. Dies will zumindest Teresa Pöller, Sprecherin des Vereins, von Schülern und Lehrern erfahren haben. „Es soll Gedränge in den Gängen und in den Toiletten geben, und die Schüler müssen keine Masken tragen“, sagt Pöller.

Verein empört über
Zustände an FOS/BOS

Diese Zustände möchten sie und der Verein nicht dulden. In einem offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo und Ministerpräsident Markus Söder fordern sie eine Maskenpflicht an Schulen. „Ich gebe dem Ministerium bis Montag Zeit, eine Maskenpflicht einzuführen, anderenfalls werde ich Klage beim Verwaltungsgericht einreichen“, kündigt Pöller an.

Seit Beginn der Corona-Pandemie beobachtet die pensionierte Mittelschullehrerin die Situation an den Schulen. Als sich die Schulöffnungen abzeichneten, hat sich der Verein „Engagierte Schüler-Eltern-Bürger“ gegründet. „Ich habe gehört, dass es an anderen Schulen in Rosenheim wie dem Karolinen-Gymnasium oder der Johann-Rieder-Realschule anders läuft als an der FOS/BOS“, sagt sie. Dort seien viel weniger Schüler wieder zurück an der Schule als an der FOS/BOS und das freiwillige Tragen von Masken würde stärker forciert.

Nachfragen der OVB-Heimatzeitungen an einem Gymnasium, einer Realschule und einer Grund- und Mittelschule haben ergeben, dass dort ein Maskengebot herrscht. Zwar sind die Schüler nicht verpflichtet, Masken zu tragen und dürfen diese im Unterricht absetzen, in den Gängen und den Toiletten sollen sie den Nasen- und Mundschutz jedoch aufsetzen.

In ihrem offenen Brief spricht Teresa Pöller von 860 Schülern, die derzeit an der FOS/BOS wieder im Unterricht seien. „Um die vorgeschriebene Zahl von maximal 15 Schüler pro Klassenzimmer einzuhalten, sind die Klassen in zwei Gruppen A und B geteilt worden. Dabei wird die Maskenfrage höchst unterschiedlich behandelt“, heißt es seitens der Initiative. Eine Gruppe hätte sich freiwillig dafür entschieden, Masken zu tragen, die andere nicht. Als man die Klassen zusammengelegt habe, seien die maskentragenden Schüler nach Hause gegangen.

„Die Zahl von 860 Schülern stimmt schlicht und ergreifend nicht“, sagt dagegen Marko Hunger, der Schulleiter der FOS/BOS. „In den Abschlussklassen sind es derzeit 440 Schüler, die in zwei getrennten Blöcken unterrichtet werden“, sagt der Schulleiter. Von 8 bis 11 Uhr werde der erste Block mit 220 Schülern beschult, von 12 bis 15 Uhr habe der zweite Block mit den übrigen 220 Schülern Unterricht.

Schulleiter
weist Kritik zurück

Den Vorwurf des unverantwortlichen Verhaltens seitens der Schule weist Hunger zurück. „Wir halten uns an alle Empfehlungen des Kultusministeriums. Die Tische sind zwei Meter auseinandergestellt worden. Wir kontrollieren, dass die Schüler Abstand halten und sie sind dazu angehalten, regelmäßig ihre Hände zu waschen und die Hust- und Niesetikette einzuhalten.“

Eine Maskenpflicht betrachtet der Schulleiter mit Skepsis. „Das Kultusministerium hat ja nicht ohne Grund darauf verzichtet“, sagt Hunger. Denn ein Nasen- und Mundschutz sei nach etwa zwei Stunden des Tragens kontaminiert. Die Schüler fassten sich dennoch ins Gesicht, weil die Maske unbequem ist, oder könnten sie gar auf den Tische ablegen und damit die Infektionsgefahr sogar erhöhen, sagt Schulleiter.

Von Vorfällen, dass maskentragende Schüler nach Hause gegangen seien, hat Hunger nichts gehört. Ganz im Gegenteil: „Ich habe sehr positive Rückmeldungen von den Lehrern bekommen. Bei uns läuft es gut und die Hygieneempfehlungen werden von den Schülern gut angenommen.“

Wie das Kultusministerium auf Anfrage mitteilt, habe man sich zwar gegen eine generelle Maskenpflicht entschieden, dennoch habe das Ministerium den Schulen nahegelegt, dass das Tragen eines Nasen- und Mundschutzes innerhalb des Gebäudes sinnvoll sei. „Zudem haben wir den Schulen zum Start am vergangenen Montag Masken für die Schüler der Abschlussklassen zur Verfügung gestellt“, sagt ein Ministeriumssprecher.

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