Ob wir morgens die Zeitung aufschlagen oder abends im Fernsehen die Nachrichten anschauen, es gibt derzeit fast nur noch ein Thema. Die Sorge um die Ausbreitung des Virus ist nicht nur eine Bedrohung für unsere Gesundheit und die Wirtschaft, sie schlägt allmählich vielen aufs Gemüt. Auch mir geht es so, und als ich vor drei Wochen nach Kontakt mit einer positiv getesteten Person zu Hause bleiben musste, gab es nur noch einen Ausweg: den Laptop und die Bücher mit in den Garten nehmen und sich dort einen Arbeitsplatz einrichten. Es wurde zu einer besonderen Erfahrung.
Der Apfelbaum stand gerade in voller Blüte und unter dem Blütenmeer, umgeben von der Hoffnung auf Sommer, auf Ernte und Segen, war die Corona-Front auf einmal weit weg. Es war, als würde der Apfelbaum sagen: „Du, es gibt nicht nur Corona. Es ist auch Frühling!“ Nun bin ich schon einige Wochen an der Front zurück, in der Seelsorge immer wieder damit konfrontiert, und ich möchte ganz nah an der Seite der Menschen sein. Gerade dann erinnere ich mich an den Apfelbaum, an seine Botschaft und an ein paar Zeilen aus der Bibel. „Der Mensch, der sich auf Gott verlässt und auf ihn seine Hoffnung setzt“, sagt der Prophet Jeremia, „ist wie ein Baum, der am Bach gepflanzt ist und zum Wasser seine Wurzeln ausstreckt. Auch in dürren Zeiten leidet er keine Not, und unablässig bringt er seine Frucht“.