Sachlicher Start in schweren Zeiten

von Redaktion

Neuer Kreistag

Einen leichten Start haben Landrat Otto Lederer und die neu gewählten Kreisräte beileibe nicht. Vorbei ist es mit den in den vergangenen sechs Jahren üppig sprudelnden Steuereinnahmen. Dank ihrer ließ sich der Vierklang aus wichtigen Zukunftsinvestitionen, Schuldenabbau, Rücklagenbildung und Senkung der Kreisumlage relativ leicht ins Lot bringen. Corona-Krise heißt das Schreckgespenst, welches die Region fest in den Würgegriff genommen hat. Niemand kann heute vorhersagen, wie lange Stadt und Landkreis unter den Akutfolgen der Pandemie zu leiden haben.

Das gilt für das Ausmaß der zu erwartenden Langzeitauswirkungen erst recht. Man muss allerdings kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass die finanziellen Folgen der Krise auch für die Schultern der Kommunen eine schwere Last sind. Die können sie nicht binnen weniger Monate abschütteln und dann zur Tagesordnung übergehen.

Für Landrat Otto Lederer und die Kreisräte rücken somit plötzlich schwierige Fragen in den Mittelpunkt, die sie im Wahlkampf gar nicht auf der Rechnung hatten. Beispielsweise die Notwendigkeit, die Haushaltspolitik praktisch über Nacht den Zwängen anzupassen, die ein unsichtbares Virus ihnen aufbürdet.

Berechtigten Optimismus nicht verlieren, Verzicht auf kräftezehrende politische Schaukämpfe, Schulterschluss über Parteigrenzen hinweg: Das ist das Gebot der Stunde. Das Gremium scheint dies verstanden zu haben. Der sachliche Stil, mit dem in der konstituierenden Sitzung Organisations- und Personalfragen entschieden wurden, ist ein Zeichen der Hoffnung. Fortsetzung erwünscht!

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