Großeinsatz: Teilräumung einer Asylunterkunft

von Redaktion

58 Bewohner nach Corona-Infektionswelle aus der Einrichtung Äußere Oberaustraße verlegt

Rosenheim – Großes Polizeiaufgebot in der Äußeren Oberaustraße im Westen von Rosenheim: Um die Corona-Welle in den Griff zu bekommen, wurde gestern ein Teil der Asylunterkunft geräumt. Insgesamt 58 Bewohner der Sammelunterkunft wurden auf andere Einrichtungen im Raum Oberbayern verteilt. Dabei handelt es sich um 21 positiv getestete Fälle und deren Familienangehörige.

Die Verlegung erfolgte unter Federführung der Regierung von Oberbayern, die die Unterkunft, in der 170 Bewohner leben, betreibt. Grund: wiederholt auftretende Infektionsfälle, trotz Quarantäne. Mit dieser Maßnahme will die Regierung von Oberbayern, wie sie mitteilt, weitere Ansteckungen unterbinden und die Voraussetzungen dafür schaffen, die Quarantäne für die Kontaktpersonen baldmöglichst beenden zu können.

Spekulationen, dass die Maßnahme eine Entspannung der Infektionszahlen am Hotspot Rosenheim herbeizuführen soll, weist die Behörde zurück. Auch die Stadt Rosenheim bestreitet das: „Es mag sein, dass damit der Eindruck entsteht, dass die Verlegung nur erfolgt, um die Zahl der Infizierten nach unten zu korrigieren. Aber diesen Schuh ziehen wir uns nicht an“, erklärte Sprecher Thomas Bugl auf Anfrage. Die Teilräumung habe die Regierung in eigener Entscheidung getroffen. In den Morgenstunden waren die betroffenen Bewohner über die Verlegung informiert worden. Sie hatten dann Zeit zu packen, um wenig später in BRK-Fahrzeugen (Infizierte) und im Großraumbus der Feuerwehr Rosenheim (Angehörige) in verschiedene Einrichtungen im oberbayerischen Raum – unter anderem in die Funk-Kaserne nach München – transportiert zu werden. Nach Aufhebung der Quarantäne sollen sie, so Regierungssprecherin Verena Gros, unverzüglich zurückverlegt werden. Im Einsatz waren neben Mitarbeitern der beteiligten Behörden (Regierung, Gesundheitsamt, Stadt) etwa 180 Einsatzkräfte der Polizei.

Wobei erste Polizeikräfte bereits seit dem Vorabend in der Äußeren Oberaustraße präsent waren, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Nachfrage bestätigte – zur Sicherung der Quarantäne-Maßnahmen, wie es offiziell heißt. Nach Informationen unserer Zeitung soll es allerdings bereits am Vorabend zu Unruhen in der Sammelunterkunft gekommen sein. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte das Gesundheitsamt angekündigt, dass die Quarantäne um weitere 14 Tage verlängert werden soll.

Gestern in den Nachmittagsstunden folgte dann der nächste Einsatz in einer Asylunterkunft, gepaart mit jeder Menge Polizei und Einsatzkräften: In der Einrichtung Kufsteiner Straße 78, betrieben von der Stadt Rosenheim, wurde eine Reihentestung durchgeführt – die dritte dieser Art in dieser Unterkunft. Sie finden nach Angaben von Stadtsprecher Bugl inzwischen in regelmäßigen Abständen statt, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen in den Einrichtungen zu erhalten. Aktuell sind in der Unterkunft Kufsteiner Straße, die nach wie vor unter Quarantäne steht, 48 Personen untergebracht, 16 galten zuletzt als infiziert, sieben als genesen. Hinzu kommen die neuen Testergebnisse, die die Stadt heute, Donnerstag, erwartet.

Entwarnung kann Bugl hinsichtlich der Krankheitsverläufe der Covid-19-Erkrankten aus den Asylunterkünften geben: Sie alle seien milde verlaufen, kein Einziger habe sich in stationäre Behandlung begeben müssen. Rosi Gantner

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