Rosenheim – Die Demonstration vom Samstag auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim hat ein Nachspiel. Gegen die Mit-Initiatorin Pia Mayer (24) hat die Polizei Anzeige beim Ordnungsamt der Stadt Rosenheim erstattet. „Es geht darum, dass sie gegen zwei Auflagen verstoßen hat, die zuvor im Koordinationsgespräch vereinbart worden waren“, sagte Thomas Bugl, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.
Die Anzahl der Teilnehmer sowie der Mindestabstand seien nicht eingehalten worden. Ob diese Vorwürfe so zutreffen, wird im Gefolge der Anzeige zu klären sein. Es handle sich bei der Anzeige der Polizei um einen üblichen Vorgang, entsprechend den Anzeigen gegen Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Wochen, sagte Bugl weiter.
Unterschiedliche Aussagen
Die Polizei bestätigte die Anzeige auf Anfrage. Pia
Mayer äußerte sich gelassen. „Die Kommunikation mit Stadt und Polizei ist ja sehr offen gelaufen“, sagt sie, die Polizei habe bestätigt, dass es sich bei der Anzeige um einen normalen Vorgang handle. Die Raublingerin wiederholte, dass ihr eine Sondergenehmigung der Stadt erteilt worden sei, für bis 200 Teilnehmer. Sie habe der Polizei vor der Demonstration Kooperation zugesichert. „Ich habe gesagt, sobald die Polizei es für notwendig befindet, löse ich das auf.“ Er wisse nichts von einer „Sondergenehmigung“, sagte hingegen Bugl. Pia Mayer könne ihre Sicht der Dinge ja entsprechend äußern. „Wir können dokumentieren, was in dem Koordinationsgespräch abgestimmt worden ist.“
Bei der Demonstration gegen die Beschränkungen in der Corona-Pandemie hatten sich auf dem Max-
Josefs-Platz Menschenansammlungen gebildet. Teilweise waren die Menschen dicht zusammengesessen. Die Veranstalter sprachen von bis zu 400 Teilnehmern, die Polizei von rund 200. Gegen diese und ähnliche Demos hatten unter anderem Ärzte und Politiker scharfe Kritik geäußert.Michael Weiser