Himmelwärts ist eine gute Richtung

von Redaktion

Zwischen Himmel und Erde

Mein vor fünf Jahren verstorbener Vater fehlt mir sehr. Mehr als ich mir das früher hätte vorstellen können. Wenn mich etwas drückt, stehe ich vor seinem Grab und frage ihn, ob er das aus seiner jetzigen Position nicht für mich lösen oder regeln kann. Ich weiß, für eine Theologin eine etwas kindliche Vorstellung.

Auf der anderen Seite verstehen wir unsere Verstorbenen und Heiligen eben gerade als unsere Fürsprecher an höherer Stelle und sowohl in den östlichen, als auch in den afrikanischen Naturreligionen hat die Verbindung mit den Ahnen einen noch viel höheren Stellenwert. Das Fest Christi Himmelfahrt; das Fest, das in Umfragen auf der Straße fast niemand mehr erklären kann und dem man mit manchen Auswüchsen des Vatertags doch einen fragwürdigen Ersatzinhalt gegeben hat, bedeutet sehr viel mehr:

Wie mein verstorbener Vater ist auch Jesus Christus nach seinem Tod und seiner Auferstehung für mich nicht mehr sichtbar. Er ist aber nicht einfach verschwunden und fährt auch nicht in den Himmel auf wie ein Astronaut. Er fährt in die Herzen der Menschen. Er ist mit seinem Geist, seiner Botschaft und seiner Liebe bleibend gegenwärtig. Damit bekommt das Leben auf der Erde eine neue Dimension: Der Himmel beginnt einen Millimeter über dem Erdboden, und die wirkliche Befreiung ist nicht erst „über den Wolken“ grenzenlos. Das Leben auf dieser Erde bleibt letztlich immer noch ein „Himmelfahrtskommando“, und zwar ohne Ausnahme für uns alle. Aber wir leben dabei himmelwärts, und das ist doch eine gute Richtung, oder?

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