Kein Einlass ohne Corona-Attest

von Redaktion

Österreich pocht auch nach Lockerungen auf strenge Regeln – Weitere Kontrollen

Kiefersfelden/Reit im WInkl – Die leichten Lockerungen haben an vielen Grenzübergängen zu erhöhtem Andrang mit Frust geführt. Denn bis 15. Juni gelten strenge Voraussetzungen. Und die kontrollieren vor allem die Österreicher streng. Wie auch Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber und sein Kufsteiner Kollege Martin Krumschnabel feststellten.

Für Samstag, 12 Uhr, waren sie an der alten Grenze verabredet. Die Ankunft verzögerte sich, weil die Grenzer ihm die Anfahrt mit dem Auto verwehrten. Krumschnabel kam also zu Fuß. Mit dem Auto nach Österreich – auch das klappte nur in Ausnahmefällen. Immer wieder fuhren Autofahrer über die Grenze in Richtung Kufstein – nur um 200 Meter weiter auf Höhe der Straße zum Hechtsee aus dem Verkehr gezogen und zurückgeschickt zu werden. Am Hechtsee hatte die strikte österreichische Linie vor vier Wochen für Schlagzeilen gesorgt, als Soldaten des österreichischen Bundesheeres die Polizei mit Patrouillen unterstützten.

Wichtigste Erleichterung: der Grenzübertritt aus familiären Gründen wurde möglich, ebenso die Einreise für unverheiratete Paare, „die in einer grenzüberschreitenden Beziehung leben“, wie es seitens des österreichischen Innenministeriums heißt. Alpinistischer Ehrgeiz oder Fernweh wiegen weiterhin nicht schwer genug, um als „triftiger Grund“ zu gelten. Leser meldeten sich gestern in der Redaktion und berichteten von ihren Grenzerfahrungen. So klagte ein Anrufer, dass er den Übergang Sachrang hatte nutzen wollen, um nach Österreich zum Bergsteigen zu fahren. Soldaten verweigerten dem Mann aber die Einreise. Auch Anna Schmidt aus Prutting schaffte es nicht nach Österreich. Sie und ihr Mann hätten zwar den anerkannten triftigen Grund für ihre Fahrt gehabt, sagt Schmidt, nicht aber ein Attest ihrer Covid-19-Freiheit. Ein solches Zeugnis, höchstens vier Tage alt, verlangen die Österreicher. Schmidts saßen eine gute halbe Stunde lang im Stau fest.

Irgendwann sei ein Grenzer gekommen und habe sie zurückgeschickt. Wie ratsam es ist, sich nur auf die zwingendsten Reisen einzulassen, um „Schneiderfahrten“ zu vermeiden, erklärt die Bundespolizei. Triftige Gründe müssten bei der Einreise durch Nachweise geltend gemacht werden, heißt es da für den Fall einer Kontrolle. „Jeder Sachverhalt wird individuell betrachtet und ist einzelfallabhängig.“ Die dazu notwendige „Selbsterklärung“ kann man sich unter www.bundespolizei.de herunterladen und ausfüllen. Bürgermeister Gruber: „Am Anfang lief’s ein bisserl unkoordiniert“, sagt er. „Aber es läuft nach und nach in die richtige Richtung.“ Michael Weiser

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