Traunstein/Rosenheim – Zollmitarbeiter der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in mehreren deutschen Städten sind wichtige Zeugen im aufwendigen Traunsteiner Landgerichtsprozess gegen einen 52-Jährigen aus Bad Reichenhall mit Baufirma in Rosenheim. Er soll drei Sozialkassen um fast 1,45 Millionen Euro nicht entrichteter Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge geschädigt haben (wir berichteten). Am gestrigen 13. Verhandlungstag hörte die Zweite Strafkammer mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs Fahnder der Hauptzollämter Ulm und Stuttgart an. So berichtete ein Zollbeamter des Hauptzollamts Ulm von jahrelangen Ermittlungen gegen einen rechtskräftig zu einer Haftstrafe verurteilten Mann, mit dem der 52-Jährige geschäftliche Kontakte hatte. Die Handwerksfirma habe mit Fremdrechnungen von über drei Millionen Euro gearbeitet, die alle bar bezahlt worden waren. Der Verurteilte habe eingeräumt, hinter keiner der Rechnungen sei eine Leistung gestanden, alles seien Scheinrechnungen gewesen, informierte der Zeuge. Die Verhandlung wird am 15. Juni fortgesetzt. kd