Für die Rehkitze im Einsatz

von Redaktion

Jägervereinigung sucht Wiesen ab – Appell an Spaziergänger

Rosenheim – Fast täglich waren in den vergangenen Wochen Jäger im Landkreis Rosenheim unterwegs, um Kitze aus den Wiesen vor dem Mähwerk zu retten. Mit Erfolg, wie Franz Sommer, Vorsitzender der Jägervereinigung Rosenheim, jetzt mitteilte: „Es ist uns wieder gelungen, viele von den kleinen Kitzen vor dem Tod oder vor schlimmen Verstümmelungen zu bewahren.“

„Gemeinsam in der Verantwortung“

„Landwirte und Jäger stehen gemeinsam in der Verantwortung, etwas gegen den Mähtod zu tun“, sagte Sommer weiter. „Die einen aus jagdethischer Verpflichtung heraus, die anderen von Gesetzes wegen. Entscheidend ist, dass Bauern und Jäger miteinander an einem Strang ziehen, die Landwirte ihre Jäger rechtzeitig über den Erntetermin informieren, und dann zusammengearbeitet wird.“

Die Botschaft sei vielerorts angekommen. Das Bewusstsein für die Kitzrettung sei noch nie so groß gewesen, wie dieses Jahr, ist der Vorsitzende der Jägervereinigung überzeugt. Seiner Beobachtung nach bilden sich neue schlagkräftige Kitzretter-Gruppen aus Jägern, Bauern und Ortsansässigen, um gemeinsam eine Drohne anzuschaffen, Scheuchen oder akustische Kitzretter an den Wiesen aufzustellen und mit neuen Ideen und viel Engagement nach Kitzen zu suchen.

Um die Jungtiere zu retten, sind in den kommenden Wochen laut Jägervereinigung wieder Hunderte Jäger mit ihren Hunden unterwegs, um die Wiesen und Futterfelder nach Kitzen und Junghasen abzusuchen.

Besonders gefährdet seien Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen. Denn die Rehgeißen setzen ihre Kitze besonders gern in die Wiese. Dort sind sie besser vor ihren Fressfeinden geschützt und Geiß und Kitz finden einen besonders üppig gedeckten Tisch. Das frische eiweißreiche Gras fördere die Milchbildung beim Muttertier und liefert erste saftige Nahrung für die Kitze.

Tierleid verhindern heißt aber nach Ansicht von Sommer auch, die Kitzrettung den Profis zu überlassen. Falsch verstandene Tierliebe könne nämlich letztlich das Leben der Kitze kosten.

Jäger oder Landwirte informieren

Deshalb richtet der Vorsitzende der Jägervereinigung Rosenheim eine dringende Bitte an alle Spaziergänger aus der Region: „Fassen Sie ein scheinbar verlassenes Kitz nicht an, lassen Sie es liegen und informieren Sie den Jäger vor Ort oder den Landwirt. Sonst kann es passieren, dass das Muttertier das Kitz verstößt.“ In der Regel stehe die zugehörige Rehgeiß nur einen Sprung entfernt und kümmere sich um ihr Junges, wenn wieder genügend Ruhe eingekehrt sei.

Jungtiere seien oft alleine anzufinden. Das habe nichts damit zu tun, dass die Elterntiere nicht mehr da sind, sondern sei Teil ihrer Strategie, den Nachwuchs vor Fressfeinden zu schützen.

Artikel 10 von 11